Mit harten Bandagen haben Befürworter und Gegner der Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) und mit Kanada (Ceta) auch innerhalb der SPD gekämpft. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens hat es zuweilen genervt, dass in der hitzigen Diskussion beide Seiten den Weltuntergang heraufbeschwören, wenn die Abkommen geschlossen oder verhindert werden.

Den Kritikern hält der Göppinger SPD-Landtagsabgeordnete Peter Hofelich entgegen, „dass wir in dieser Sache etwas erreicht haben“. Hofelich, der der grün-roten Landesregierung als Staatssekretär im Finanz- und Wirtschaftsministerium von Nils Schmidt gedient hatte, sieht in der Debatte auch ein großes Plus: „Die einzige Partei, die mit sich gerungen und in der Sache etwas erreicht hat, das ist die SPD. Und das auch noch in einem für die Öffentlichkeit nachvollziehbaren, demokratischen Verfahren.“

Bei CDU und FDP sein von vornherein klar gewesen, dass sie die Freihandelsabkommen befürworteten, bei Grünen und Linkspartei habe sich keiner gewundert, dass diese TTIP und Ceta ablehnen. Man müsse in einer solchen Diskussion eben auch Kompromisse eingehen, kommentiert er den Beschluss des Wolfsburger Parteikonvents, der mit starker Mehrheit dem Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel den Rücken stärkte. Hofelich will gespürt haben, dass unter den Mitgliedern sich die Meinung verändert habe: „Wenn wir einige wichtige Punkte klären, dann ist es auch gut.“ Er respektiere aber auch die andere Sichtweise.

Der SPD-Vorsitzende Gabriel hätte es aber auch verdient, dass nicht ständig auf ihn eingeprügelt wird. „Er hat eine großartige Vermittlungsleistung vollbracht. Wir haben bei TTIP rote Linien gezogen, die nach dem heutigen Stand der Verhandlungen überschritten werden.“ Bei Ceta bestehe mehr Hoffnung, dass die Wünsche der SPD im Vertrag umgesetzt werden. So lehne die SPD beispielsweise Private Schiedsgerichte  ab. Hofelich: „Wir wollen öffentliche Verhandlungen an öffentlichen Gerichten.“ Was aus TTIP wird, sei offen. Der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat bereits die Losung ausgegeben: „Buy American“ (kaufe amerikanisch). Eine solche Haltung sei dem Freihandel nicht zuträglich, betont Hofelich.    Beim Abkommen mit Kanada sei die Schiedsgerichtsbarkeit öffentlich, es gebe einen beiderseitigen Warenfluss und es würden die internationalen Standards im Arbeitsrecht gewahrt. „Da hat sich bei den Verhandlungen etwas bewegt.“