Kreis Göppingen Fürsprecher für psychisch Kranke gesucht

Dr. Gerd Kolter engagierte sich vier Jahre lang als Fürsprecher für die Belange psychisch Kranker im Landkreis. Jetzt möchte er einsatzfreudige Menschen zu diesem Ehrenamt ermutigen.
Dr. Gerd Kolter engagierte sich vier Jahre lang als Fürsprecher für die Belange psychisch Kranker im Landkreis. Jetzt möchte er einsatzfreudige Menschen zu diesem Ehrenamt ermutigen. © Foto: Giacinto Carlucci
Kreis Göppingen / Von Annerose Fischer-Bucher 13.06.2018
Die Stelle für den Landkreis ist seit Februar vakant. Der bisheriger Sprecher Dr. Gerd Kolter hörte nach Ablauf der Amtszeit auf.

Aus persönlichen und familiären Gründen höre ich nach Ablauf des Vertrags von vier Jahren auf“, sagt Dr. Gerd Kolter zu seinem Ehrenamt als Patientenfürsprecher des Landkreises Göppingen für psychisch kranke Menschen. Und man sieht ihm ein wenig Wehmut durchaus an, denn er habe die Arbeit gerne gemacht, obwohl sie sehr zeitaufwendig gewesen sei.

Die Grundlagen dieser Arbeit sind ihm besonders wichtig, nämlich Anregungen, Wünsche und Beschwerden von Patienten und deren Angehörigen entgegen zu nehmen, zu überprüfen und vermittelnd gegenüber Dritten zu vertreten. Er sagt, in den allermeisten Fällen handle es sich um ein Kommunikationsproblem, deswegen komme es auf die mediatorische Funktion und Fähigkeit besonders an, nämlich auf eine konstruktive Konfliktlösung hinzuarbeiten. Dafür sollte ein Basiswissen an psychologischen Grundkenntnissen und die Bereitschaft zu Fortbildungsmaßnahmen vorhanden sein. Kolter selbst war dazu vier Mal in Wiesloch im Zentrum für Psychiatrie.

Die Tätigkeitsfelder des Patientenfürsprechers oder der -sprecherin beziehen sich jedoch nicht nur auf Behandlungsprobleme, sie umfassen auch den Umgang mit Behörden und die Arbeit in Gremien. Probleme tauchten beispielsweise im Zusammenhang mit dem Begriff „Gesetzliche Betreuung“ auf, da Patienten damit häufig die Hoffnung auf therapeutische Zuwendung verbinden. Hier plädiert Kolter dafür, solche euphemistischen Begriffe zu vermeiden. „Es ist ehrlicher, Vormundschaft zu sagen, als den schönfärberischen Begriff Betreuung zu nehmen.“

In der Mediation, in der zuerst mit den Betroffenen und dann mit den Therapeuten und Ärzten geredet wird, löse sich der Konflikt oft schon durch Auskünfte, da er meist durch Hektik oder durch mangelnde Information zustande gekommen sei. Ein Streitfall sei immer wieder die Einsicht in die Patientenakte, die dem Patienten grundsätzlich zusteht, für die es aber auch Einschränkungen nach dem Patientenrechtegesetz gibt.

Der Fürsprecher arbeitet ehrenamtlich, neutral und im Rahmen der Schweigepflicht und erhält eine Aufwandsentschädigung. Kolter hält es für wichtig, am Anfang der Tätigkeit Amt und Person bekannt zu machen und viele Kontakte zu knüpfen: „Es ist oft so bei diesen Stellen, sie sind zwar da, aber keiner weiß es.“

Infos gibt’s beim Kreissozialamt

Kontakt Wer sich für das Ehrenamt eines Patientenfürsprechers interessiert, kann sich für Infos an das Kreissozialamt wenden: Tel. (07161) 202 -4034, E-Mail: s.mannsperger@
landkreis-goeppingen.de

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