Konzert Operettenenseligkeit im Uditorium

Lilli Ell 09.01.2018

Das Stuttgarter Operettenensemble und seine Solistin, die Sopranistin Gudrun Kohlruss, sind in Uhingen nicht unbekannt. In diesem Jahr musizierten sie das Neujahrskonzert „Zauber der Operette“ im gut besetzten Uditorium in Uhingen.

Zur Eröffnung erklangen Melodien von Carl Millöcker in einem schwungvollen Reigen. Winfried Roesner führte charmant durch das Programm. Zuerst kamen die Melodien von Millöcker zu Gehör. Dann übernahm das Ensemble den Teil, der dem erkrankten Tenor zugedacht war: „Dunkelrote Rosen bring‘ ich, schöne Frau“ aus „Gasparone“. Ihren ersten Auftritt hatte Gudrun Kohlruss mit Melodien aus „Die Dubarry“, ebenfalls von Millöcker. Kohlruss verfügt über einen beachtlichen Stimmumfang, leider zeigte sie sich intonationsschwach, und ihre Stimme trug nicht den Schmelz, der diese Melodien so einzigartig und strahlend macht.

Das Ensemble glich diese Schwäche mit Schwung und Leichtigkeit aus. Besonders effektvoll klangen die Klarinette und die Oboe. Da war nichts „Verstaubtes“, sondern nur Spielfreude und mitreißende Tempi. Mit Melodien aus „Der Bettelstudent“ schloss der erste Teil des Konzerts. Laura wäre das erste „me too“-Opfer gewesen, denn Oberst Ollendorf habe sie auf die Schulter geküsst. Mit diesem Exkurs ins Aktuelle ging es in die Pause.

Millöcker folgten nach der Pause Melodien von Franz Léhar, Emmerich Kálmán und Johann Strauß. Walzer und Liebe waren jetzt die Themen. In diesem Teil gerieten die Soloparts der Sopranistin etwas geschmeidiger. Kontrastreich setzte sich das Ensemble in einem rassigen Csárdás in Szene. Bestechend waren die Übergänge von den schnellen zu den langsamen Passagen. Melancholie und Temperament wechselten sich ab. Das Publikum war begeistert, die Bravorufe verdient. Michael Wille, der 1. Geiger, brillierte in diesem Csárdás von Vittorio Monti. Die anderen Ensemblemitglieder nahmen sich geschickt zurück, sodass sein Solo gut zur Wirkung kam.

Was bei keinem Neujahrskonzert fehlen darf, das sind Melodien aus „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Die Musiker zauberten charmante Fledermaus-Atmosphäre in den Saal, wobei auch das schauspielerische Talent des Moderators zum Tragen kam. So gelang eine heitere Szene mit der Sopranistin. Der „Zauber der Operette“ endete im „Feuerstrom der Reben“.

Das Publikum gab seiner Begeisterung für dieses sehr gelungene Neujahrskonzert mit viel herzlichem Beifall Ausdruck und erklatschte sich drei Zugaben, natürlich den feurigen „Radetzkymarsch“ zum Schluss. Lilli Ell