Konzert Opera Nova überzeugt in Eislingen

Eislingen / Eckhart Naumann 13.02.2018

Opera Nova war bei seinem Gastspiel in der Christuskirche komplett präsent: mit dem Gitarren- und Gesangskünstler Werner Dannemann, der auch alle Kompositionen schrieb, Zorana Memedovic mit ihrer prägnanten Stimme und ihrem virtuosen Violinen-Spiel, Daniela Meta Epple mit strahlendem Sopran/Mezzosopran, Keyboard und Percussion und – als weiterer Teil des harmonischen Gesamtzusammenklangs – Elke Rogge mit ihrer Drehleier. Dieses Instrument – wurde von mittelalterlichen Spielleuten, also fahrenden Musikanten, viel benutzt und bereicherte das Klangspektrum beeindruckend.

Gleich eingangs musizierte das Künstlerquartett zwei durchweg eigenständige Klangdarstellungen passend zum „Hohen Lied der Liebe“. Bezug genommen wurde dabei auf die Texte der Psalmen 120, 23 (Vom guten Hirten) und 10 (worin gefragt wird, warum sich Gott vor dem Menschen versteckt, wenn er sich in Trübsal befindet), und schließlich Psalm 34. Einen „mittelalterlichen“ Klangeindruck wurde mit „Sapientia“ (Weisheit) der Mystikerin Hildegard von Bingen vermittelt. Hier überzeugte Zorana Memedovic durch ihre kraftvolle Stimme und Dannemanns markante Akkordfolgen auf der elektrisch verstärkten Gitarre.

Eine weitere Musik nannte sich „Angels“ (also „Engel“), bei der Dannemann vom befreundeten Pater Anselm Grün inspiriert wurde. „Die Auferstehung – the resurrection“ hatte sehr kräftige bis fast ekstatische Klangabläufe zur Grundlage. In der Komposition „Baptism“, bezogen auf die Taufe Jesu im Jordanfluss, symbolisierte der sonore Klang der Drehleier von Elke Rogge das ruhig fließende Jordanwasser, woran sich orientalisch anmutende Squenzen anschlossen.

Es folgte „Amen“, eine interessante Vater-Unser-Version, die textlich aus dem Mittelhochenglischen stammt und klanglich in dezenten Piano-Schattierungen beginnt, um sich dann gewaltig zu steigern. Klanglich kräftig agierte die Gruppe in der allegorischen Darstellung der „Lady holy poverty“ also der „Armut als Heilige“ im Sinne des Franziskus von Assisi, wobei hier das Künstlerquartett bestens auf einander abgestimmt agierte.

Sehr überzeugend wirkte zum Abschluss „Stille und Frieden in unseren Herzen – Silence and peace in our hearts“ in Dannemanns Text. In der stimmlichen Darstellung brachten Zorana Memedovic wie auch Daniela Epple und schließlich Werner Dannemann mit seiner warmen Stimme und differenziertem Gitarrenspiel dies hervorragend zum Ausdruck, bestens unterstützt von Elke Rogge mit ihren archaischen Drehleier-Klängen. Eckhart Naumann

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel