Eislingen / Inge Czemmel  Uhr
Am Donnerstag konnte man beim Auftritt der Band „Alex im Westerland“ wieder mal sehen: Der Filstalrock ist ein Erfolgskonzept.

Donnerstagabend in Eislingen: Menschenscharen pilgern Richtung Eislinger Schlosspark, um nach dem fulminanten Start des Filstalrocks in der vergangenen Woche auch heute dabei zu sein. Das Wetter verspricht wieder eine schöne warme Sommernacht, die Stimmung ist gut und die ersten Freunde und Bekannten sind auch schon gesichtet. „Punkrockfan? Nö“, gesteht ein junger Mann ganz offen. „Ich bin Eislinger und komme immer. Egal, wer spielt.“

„Was spielen die?“

Es ist die Tribute-Band „Alex im Westerland“, die heute auftritt. Die Gruppe heißt so, weil sie die Titel der beiden wohl bekanntesten deutschen Punkrockbands covert. Die der Toten Hosen, von denen bekanntlich „Hier kommt Alex“ stammt, und die der „Ärzte“, die mit „Westerland“ einen Hit landeten, den man auch kennt, wenn man mit Punkrock sonst nichts am Hut hat. Von jenen scheinen heute einige hier zu sein. „Was spielen die?“, will ein junger Mann vom anderen wissen. „Keine Ahnung, ich bin zum Biertrinken da!“ „Des oi oder andere Lied kenn i“, erklärt Manfred Hieber, aber der Alex könnt a bissle leiser sei.“

Auf der Bühne spielen und singen sich die vier Frankfurter Jungs die Seele aus dem Leib. Bei bekannten Textzeilen wie „Lass die Leute reden und hör ihnen nicht zu“ (aus „Lasse redn“) oder „Ich will nicht ins Paradies, weil der Weg dort hin so schwierig ist“ (aus „Paradies“) sind viele Schlosshofgäste sängerisch mit am Start. Manche bekunden auch lautstark mit  den Worten „Ich würd’ nie zum FC Bayern gehen“ ihre Solidarität mit Campino oder grölen „Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist und bringe mich für dich um“. Neben den großen Krachern gehen Titel, die zwar Ärzte- und Hosen-Fans kennen, anderen aber eher unbekannt sind, ohne den großen Backgroundchor des Publikums textlich unter. „Verstehst du was die singen?“, fragt einer.  „Nö, ist doch aber trotzdem schön hier. Ole ole ole!“, gibt der Angesprochene zur Antwort. „Schade, dass der Sound so katastrophal matschig ist“, meint Musiker Tom Keierleber. „Der war letzte Woche deutlich besser. Aber ich glaube, es liegt an der Technik und nicht an der Band.“

Auch Erich Schneider findet: „Der Sound klingt ein bisschen tot im Vergleich zu letzter Woche. Es fehlt irgendwie an Volumen und Durchschlagskraft.“ Ärzte-Fan Nicole, die eigentlich alle Lieder auswendig kann, meint: „Ich bin irgendwie dauernd abgelenkt durch die vielen Leute, aber ich hab’ schon ein paar Songs erkannt.“

Viele Leute hat es tatsächlich. Der Schlosspark ist fast so voll wie in der Vorwoche, das Durchkommen zu den Getränken nicht einfach. Dabei könnte man durchaus Flüssiges gebrauchen, vor allem für die Partystimmungs-Zugaberunde, bei der es mit eisgekühltem Bommerlunder und zehn kleinen Jägermeistern abgeht. Nach Westerland natürlich.