Bad Boll Oldtimer laden zu einer Tour für den guten Zweck

Der alte VW-Bus bietet gleich mehreren Mitfahrern Platz. In Bad Boll dürfen Oldtimer nicht nur bestaunt werden, man darf auch mitfahren.
Der alte VW-Bus bietet gleich mehreren Mitfahrern Platz. In Bad Boll dürfen Oldtimer nicht nur bestaunt werden, man darf auch mitfahren. © Foto: Sabine Ackermann
Bad Boll / SABINE ACKERMANN 15.06.2015
Der Mitfahrspaß mit den Oldtimern kam gut an. Eine Ausfahrt für den guten Zweck, veranstaltet von und zu Gunsten für das "Haus der Mitte" in Boll. Weil die Idee gefallen hat, ist an eine Wiederholung gedacht.

Frank Schneider hat viel zu tun. Zum Glück. Obwohl es erst vergangenen Monat zwei solcher Oldtimertreffen gab, sind er und sein Citroën DS21 gefragt an diesem sonnigen Nachmittag. Schon wieder so alte Vehikel? Oldtimertreffen sind recht häufig. Weil man meist außer gucken und fachsimplen nichts mit den historischen Raritäten machen darf, hatte Frank Schneider, Vereinsmitglied der Arbeits- und Lebensgemeinschaft (AuL) eine Idee: Einsteigen, wohlfühlen, mitfahren. Zur Verfügung steht freilich nur der Beifahrersitz oder die Rückbank, aber diese Gelegenheit wollten sich Jung und Alt nicht entgehen lassen.

Normalerweise drückt man sich ja nur die Nase platt, traut sich als Besucher kaum die edle Karosse anzufassen, weiß auch Georg Gehring. "Aber heute können die Leute das Fahrgefühl und den Motorensound am eigenen Leib spüren. Ein altes Auto muss man fühlen, riechen, praktisch hautnah erleben", sagt er und macht mit seinem Bruder Markus gerne gemeinsame Sache. "Weil es für den guten Zweck ist", bestätigen sie und stehen mit dieser Meinung nicht alleine da. Mitwirkende wie Besucher sind sich einig: "Wichtig ist die Unterstützung."

Die Gebrüder Gehring aus Dürnau sind stolze Besitzer von sieben alten Käfern. Ihre Eltern, Adelheid und Ernst Gehring sehen es von jeher gelassen, freuen sich über das solide Hobby ihrer erwachsenen Söhne. So ist Adelheid Gehring recht erstaunt, dass noch keiner mit dem "Brezelfenster-Käfer" fahren wollte: "Die Leute sind einfach zu anspruchsvoll, nur weil es kein Cabrio ist", bedauert sie. Doch der Nachmittag ist ja noch jung. "Über vierzig Fahrten", zählt Michael Dreher dann am Schluss. Unterm Sonnenschirm nahm er die Anmeldungen entgegen und verteilte Gutscheine an die rund zwanzig Fahrer, denen er dankbar ist. "Das ist nicht selbstverständlich", weiß er deren Einsatz zu schätzen.

Sein Sohn Timo hat bereits die Corvette mit Sonnendach angeheuert. "Der ist offen, hat Musik und da flattern meine Haare", nennt er plausible Gründe, die auch Meli gut zu finden scheint. Sehr beliebt der weiße Schlitten von 1978, bei dem sich Besitzer Wolfgang Stephan aus Boll dachte: Für die AuL mach ich auf jeden Fall mit." Während Karl-Albert Czaja und Sohn Marius aus Stuttgart angereist sind und warten, bis der Citroën frei ist, nehmen Dürnauerin Sabine Langenberg und ihre Kinder Laura und Paul im Käfer Platz. Mittlerweile verteilen sich Autos und Mitfahrer gleichermaßen.