Projekt Oberwäldener Verein will in Afrika helfen

Wangen / Arnd Woletz 12.01.2019

Was im vergangenen Jahr mit der Adoption eines Flüchtlings aus Guinea begann, ist für Christopher Goelz aus dem Wangener Teilort Oberwälden nun in konkrete Entwicklungshilfe-Arbeit übergegangen. Zusammen mit seinem inzwischen 19 Jahre alten Adoptivsohn Jakob, ehemals Yakhouba Soumah, aus Guinea, hat er einen Verein ins Leben gerufen. Die „Amis des Guinée“, zu deutsch: Freunde Guineas mit Sitz in Oberwälden. Vereinszweck: Förderung der Entwicklungszusammenarbeit.

Anlass für die Vereinsgründung war der Versuch, in Kindia, der Heimatstadt von Jakob, eine Cashew-Manufaktur aufzubauen. Die dahinter stehende Idee ist es, aus den in Guinea reichlich vorhandenen Cashew-Früchten eine Wertschöpfung zu generieren, denn das fehlt in dem afrikanischen Land, das vorwiegend mit Rohprodukten handelt. Das Cashew-Projekt würde die Verwertung der apfelähnlichen Frucht genau so umfassen wie das in der chemischen Industrie eingesetzte Öl, die als Brennmaterial verwendbaren Schalen und natürlich die gefragten Cashew-Kerne, die aber in einem aufwendigen Verfahren herausgeschält werden müssen. 

Genau dazu soll die Cashew-Manufaktur dienen. Etwa 4000 Euro Startkapital haben Jakob und Christopher Goelz schon beisammen. Doch das reicht längst noch nicht aus, um sinnvoll starten zu können, räumt Goelz ein. Die Hoffnung, einen Zuschuss von der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) zu bekommen, hat sich kurz vor dem Jahreswechsel zerschlagen  – zumindest vorerst. Dort waren diesmal einfach zu viele Anträge eingegangen, berichtet Christopher Goelz.

Dennoch will er das Cashew-Projekt noch längst nicht zu den Akten legen, sondern hofft auf die nächste Förderrunde oder andere großzügige Spender. In den Osterferien will Goelz mit seinem Adoptivsohn wieder nach Guinea reisen, um auch Kontakte zu dem vor wenigen Monaten neu gewählten Bürgermeister von Kindia zu knüpfen.

Unterdessen hat die Oberwäldener Initiative schon in kleinerem Maßstab das erste konkrete Projekt in Guinea auf die Beine gestellt: Weil der staatliche Schulunterricht oft unter riesigen Klassen und nicht besonders motivierten Lehrern leide, haben sich die Amis de Guinée entschlossen, einen Lehrer zu bezahlen, der 15 Kindern vier Mal die Woche Zusatzunterricht in Mathematik und Französisch gibt. Denn, so Christopher Goelz: „Bildung ist der Grundstein für alles“.

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