Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Schulhund anzuschaffen?

Frau Maier: Ich bin mit Hunden aufgewachsen und mag Hunde sehr. Auf die Idee eines Schulhundes bin ich schon vor ganz vielen Jahren gekommen. Ich hatte damals eine Kollegin kennengelernt, die einen Hund mit in ihrer Klasse hatte. Ich war sofort begeistert davon und habe von da an einfach nur auf die passende Gelegenheit gewartet.

Von welchem Züchter kommt Bruno und welche Rasse ist er eigentlich?

Bruno ist ein Magyar Vizsla. Er ist ein ungarischer Jagdhund. Die Züchterin ist deshalb auch eine Jägerin. Bruno kommt aus der Nähe von Regensburg. Das ist in Bayern.

Wie alt ist Bruno?

Bruno ist jetzt 15 Monate alt.

Wie sind Sie auf den Namen Bruno gekommen?

Das ist eine gute Frage … wenn ich ehrlich bin, weiß ich das gar nicht mehr so genau. Mir hat der Name „Bruno“ einfach schon immer gefallen. Und ich wusste deshalb, wenn ich mal einen Hund habe, dann soll er „Bruno“ heißen. Und ich verrate euch noch etwas: Wenn ich mich für eine Hündin entschieden hätte, dann wäre ihr Name „Ella“ gewesen.

Hat sich Ihrer Meinung nach am Verhalten der Schüler etwas verändert, seit Sie Bruno haben?

Ja, tatsächlich. Meine Klasse ist zum Bespiel viel ordentlicher geworden. Die Kinder lassen keinen Müll mehr herumliegen, weil sie wissen, dass Bruno manchmal wie ein „Staubsauger“ ist, der alles frisst, was auf dem Boden liegt. Das kann für ihn sehr gefährlich werden. Deshalb geben alle inzwischen gut acht – auch wenn sie draußen auf dem Pausenhof sind. Die Kinder beobachten Bruno auch immer ganz genau und merken, ob er sich gerade wohlfühlt oder nicht. Sie merken zum Beispiel, wenn es ihm zu laut ist und machen sich dann gegenseitig darauf aufmerksam, leiser zu sein. Bei uns ist es inzwischen insgesamt leiser geworden – meistens zumindest.

 Freut sich Bruno, wenn er mit in die Schule darf?

Natürlich. Bruno mag den Trubel und die vielen Kinder. Sobald er morgens im Schulhaus ist, wedelt er freudig mit dem Schwanz und würde am liebsten in jedes Klassenzimmer rennen und alle Kinder begrüßen. 

Darf sich Bruno frei im Schulhaus bewegen?

Nein, nur zum Teil. Wenn er morgens mit mir in die Schule kommt, dann darf er die Kinder, die schon da sind, begrüßen. Dann schaue ich aber, dass er entweder im Rektorat, im Lehrerzimmer oder zum Beispiel bei euch in der Klasse oder in meiner Klasse bleibt. Am Nachmittag, wenn alle Kinder zuhause sind, dann darf er sich frei im Schulhaus bewegen. Da ist er dann ganz oft bei den Reinigungskräften oder er liegt auf seinem Lieblingsplatz im Gang im ersten Stock, wo er eine tolle Aussicht auf den Schulhof hat!

Welche Aufgaben hat Bruno als Schulhund?

Bruno soll den Schulkindern Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Manche Kinder sind schüchtern und zurückhaltend. Mit Bruno fühlen sie sich aber sicherer und stärker. Sie trauen sich mehr zu. Und wenn es einem Kind einfach mal nicht so gut geht oder vor einer Klassenarbeit sehr aufgeregt ist, merkt Bruno das häufig und geht zu dem Kind hin und lässt sich ausgiebig streicheln. Das tut dann dem Kind gut – und dem Bruno auch. Es gibt auch Kinder in der Schule, die durch Bruno ihre Angst vor Hunden verloren haben. Ich möchte, dass die Kinder mit und durch Bruno lernen, insgesamt mehr Respekt, Rücksichtnahme, Mitgefühl und Verantwortung für andere Menschen und auch Tiere zu entwickeln.

Welches ist Brunos
Lieblingsfressen?

Bruno ist ein Schleckermaul. Aber Karotten und Hundeleberwurst frisst er am liebsten – dafür macht er fast alles 

Gab es schon mal Probleme
mit Bruno?

Nein, die gab es bisher nicht. Aber er sorgt halt immer wieder für Überraschung. Mit ihm wird es nie langweilig. Bruno macht natürlich, so wie ihr Kinder auch, gerne mal Unfug und ist schon ausgebüxt. Also achten wir Lehrer und ihr Kinder seither zum Beispiel darauf, dass die Eingangstüren immer geschlossen sind.

Was hat Bruno für Eigenschaften, die typisch für ihn sind?

Bruno ist ein lebhafter, fröhlicher und anhänglicher Hund. Er ist freundlich, mag Menschen und ganz besonders Kinder. Manchmal ist er auch der Klassenkasper und macht Quatsch. Bruno ist sehr intelligent und hat viel Geduld. Er ist sensibel – schimpfen mag er gar nicht. Womöglich ähnelt der Bruno sogar ein kleines bisschen seinem Frauchen.

Das Projekt

Wir lesen ist ein medienpädagogisches Projekt der NWZ, unterstützt von der Kreissparkasse Göppingen. Nachwuchs-Journalisten aus Kindergärten und Schulen gehen dabei auf Recherche und berichten so – ausgestattet mit einem Kinderreporterausweis – über die unterschiedlichsten Themen aus ihrem Alltag. So soll vor allem Lust aufs Lesen und Schreiben gemacht sowie Medienkompetenz vermittelt werden.