Das Gebäude der Jugendverkehrsschule (JVS) ist sehr groß. Daneben ist ein großer Übungsplatz. Dort wird einem gezeigt, wie man richtig Fahrrad fährt. Es gibt dort Ampeln, Verkehrsschilder, eine Kreuzung und einen Kreisverkehr. Die JVS gibt es schon seit 60 Jahren. Zurzeit arbeiten dort als Lehrer die beiden Verkehrspolizisten Anja Schwendemann und Bernhard Steinwand. Sie unterrichten immer vier Tage. Am vierten Tag macht man den Fahrradführerschein. Sie haben insgesamt 50 Fahrräder. Wenn man zum Fahrradführerschein oder zu anderen Dingen Fragen hat, darf man gerne fragen. Die Lehrer sagen, wenn man was falsch gemacht hat. Man lernt, was die Schilder bedeuten und wie man sich mit dem Fahrrad auf der Straße richtig verhält. Wir sind immer mit dem Bus zur JVS gefahren. Wir mussten aber dafür echt früh aufstehen, aber es hat sich gelohnt.

Der erste Tag
in der Verkehrsschule

Als wir am ersten Tag zur JVS gegangen sind, waren wir alle sehr aufgeregt. Uns wurde erst einmal erklärt, was wir machen müssen. Dann sagte unsere Lehrerin, Frau Locherer, dass wir, bis die Polizisten kommen, Luftfahrrad fahren sollen. Wir taten so, als ob wir auf einem Fahrrad sitzen würden und sind durch die Straßen „gefahren“. Ein wenig später kamen die Polizisten. Sie waren sehr nett und haben uns alles sehr gut erklärt. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekam eine andere Strecke, auf der sie fahren und üben konnte. Herr Steinwand zeigte uns erst ein paar Schilder und den Weg, den wir fahren sollten. Das waren echte Ampeln und echte Schilder und das war megacool. Danach mussten wir uns ein Fahrrad holen. Wir bekamen auch noch „Nummernschilder“, weil sie unsere Namen nicht kannten. Dann fuhren wir mit dem Fahrrad los. Als wir die Strecke ein paar Mal gefahren sind, hat uns Frau Schwendemann den zweiten Weg gezeigt, den wir fahren sollten. Die erste Gruppe musste durch den Kreisverkehr fahren. Die andere Gruppe musste zwar auch durch den Kreisverkehr fahren, aber auf einem anderen Weg. Es war so cool und es machte großen Spaß.

Der zweite Tag
in der Jugendverkehrsschule

Gestern hatten wir noch besprochen, was wir am zweiten Übungstag lernen werden: Das Linksabbiegen und die „acht Punkte“. Nach dem morgentlichen Luftfahrradfahren zeigte uns Herr Steinwand die Strecke und wie wir das Linksabbiegen lernen müssen. Die erste Gruppe ist die Linksabbiegestrecke gefahren. Die zweite Gruppe ist komplett die größte Runde gefahren. Dann wurde gewechselt. Etwas später haben wir noch ganz kurz „Faules Ei“ gespielt. Das geht so: Wir mussten frei fahren und wer einen Fehler gemacht hat, musste sich auf die Seite stellen und warten, bis der Nächste einen Fehler macht. Dann durfte man wieder weiterfahren.

Der dritte Tag
in der Jugendverkehrsschule

Heute hatten wir den dritten Übungstag. Wir haben die acht Punkte beim Linksabbiegen und die große Runde nochmal wiederholt. Wir mussten danach noch frei fahren und alle Verkehrszeichen beachten. Dann hat es richtig stark geregnet und wir haben uns noch aus Müllsäcken Regenmäntel gebastelt. Die Idee hatte Frau Schwendemann. Manche Kinder hatten nämlich keine Regensachen dabei. Aber manche sind trotzdem pitschnass geworden. Die Mülltüte hat irgendwie nicht geholfen.
Am dritten Übungstag haben wir auch die Ergebnisse unserer schriftlichen Prüfung bekommen. Ich (Olivia) hatte die Note 1-2. Das war einfach fantastisch. Wir freuen uns alle schon auf die Fahrradprüfung morgen und sind aufgeregt.

Der Prüfungstag

Es wird auf jeden Fall großartig. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass ich bestehe.
Ich wollte schon seit ich 4 Jahre alt war, einen Fahrradführerschein haben. Nun könnte das auch Realität werden. Ich bin die Startnummer 22. Die Straße, auf der wir fahren, ist sehr realistisch. Ich habe ich die Theorieprüfung schon bestanden. Ich hoffe, ich schaffe auch die Fahrradprüfung.

Das Projekt

Wir lesen ist ein medienpädagogisches Projekt der NWZ, unterstützt von der Kreissparkasse Göppingen. Nachwuchs-Journalisten aus Kindergärten und Schulen gehen dabei auf Recherche und berichten so – ausgestattet mit einem Kinderreporterausweis – über die unterschiedlichsten Themen aus ihrem Alltag. So soll vor allem Lust aufs Lesen und Schreiben gemacht sowie Medienkompetenz vermittelt werden.