Gewerkschaft NGG fordert faire Preise für Fleisch

Billig-Fleisch vom Discounter geht nicht nur zu Lasten der Qualität, sagt die Lebensmittel-Gewerkschaft NGG.
Billig-Fleisch vom Discounter geht nicht nur zu Lasten der Qualität, sagt die Lebensmittel-Gewerkschaft NGG. © Foto: Tobias Seifert / NGG
Kreis Göppingen / SWP 16.07.2018

Mit Blick auf die Grillsaison im Landkreis Göppingen warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor Ramschpreisen beim Fleisch. Rabattschlachten in den Supermärkten gefährdeten nicht nur die Qualitätsstandards bei Schwein, Rind und Geflügel. „Auch Jobs sind bedroht, wenn immer mehr und immer billiger produziert wird“, warnt Karin Brugger von der NGG Ulm-Aalen/Göppingen. Diese beruft sich in einer Pressemitteilung auf Angaben der Agentur für Arbeit, wonach die Fleischwirtschaft rund 660 Arbeitsplätze im Landkreis Göppingen vorhält. Landesweit seien es in dieser Branche rund 29 700 Beschäftigte.

„Von der Aufzucht im Stall bis zur Zerlegung im Schlachtbetrieb: Fleisch ist in der Herstellung extrem aufwendig“, führt Brugger aus: „Allein für ein Kilo Rindfleisch sind in der Produktion 15 000 Liter Wasser nötig.“ Das müsse sich auch am Preis zeigen. Statt auf das Billig-Prinzip zu setzen, sollten Discounter mit gutem Beispiel vorangehen und sich gemeinsam zu fairen Mindestpreisen bekennen, fordert Brugger. „Und auch Verbraucher haben die Wahl. Die Packung Bratwürste sollte dem Käufer schon mehr wert sein als ein Bund Bananen.“

Die NGG Ulm-Aalen/Göppingen appelliert deshalb: Statt ausschließlich in den Billig-Discountern solle man sein Steak beim Metzger im Ort kaufen. Der biete Qualität und sichere Arbeitsplätze in der Region. Mit Blick auf die industrielle Fleischverarbeitung fordert die Gewerkschaft verpflichtende Branchen-Standards: „Nur wer eine Ausbildung hinter sich hat, sollte schlachten und Fleisch zerlegen dürfen. Und diese anstrengenden Jobs müssen auch vernünftig bezahlt werden“, betont Brugger weiter.

Info Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aß jeder Deutsche zuletzt durchschnittlich gut 36 Kilogramm Schweinefleisch pro Jahr. Beim Geflügel waren es 12,5 und beim Rindfleisch 9,7 Kilo.

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