Klettern Neugier und die Suche nach Mut

Im ausverkauften Schloss erfahren die Besucher von Thomas Huber, welcher Kraftakt nötig ist, um einen Berg zu erklimmen.
Im ausverkauften Schloss erfahren die Besucher von Thomas Huber, welcher Kraftakt nötig ist, um einen Berg zu erklimmen. © Foto: Konstantin Heidemann
Wiesensteig / Konstantin Heidemann 09.05.2018

„Sehnsucht Torre“ hieß der Titel der Live-Multivisions-Show, die kürzlich im voll besetzten Wiesensteiger Schloss gezeigt wurde. Sehr eindrucksvoll schilderte der bayrische Extrembergsteiger Thomas Huber zu Bildern und Filmszenen auf einer überdimensionalen Großbildleinwand seinen wilden Roadtrip zum Berg „Cerro Torre“ ans andere Ende der Welt – nach Patagonien.

Der Cerro Torre gilt unter Bergsteigern als einer der schwierigsten und zugleich schönsten Gipfel der Welt. Thomas Huber ist der ältere des Brüder-Paars Thomas und Alexander Huber, das mit waghalsigen Klettertouren berühmt – und dann 2010 einem größeren Publikum durch Werbung für eine Nascherei als die „Huberbuam“ bekannt geworden ist. Die Kernbotschaft von Thomas in seinem Vortrag ist: „Für mich ist es die Neugier, die Entdeckung und die Suche nach dem mir selber Mut zu beweisen“. Auch seine Sehnsucht finde sich in dieser steilen, von den patagonischen Winden gezeichneten, vereisten 3128 Meter hohen Granitnadel „Cerro Torre“ – „ein Berg, der einen Teil meiner Lebensgeschichte erzählt“, schildert der 51-Jährige. Und sein Bergsteiger-Tagebuch ist voll von Erlebtem, großen Momenten, Erfolgen, Niederlagen, Verlusten und Trauer.

Binnen Stunden auf dem Gipfel

Von 2005 bis 2016 waren die ­Profibergsteiger in verschiedensten Konstellationen in Patagonien unterwegs. Doch im Jahr 2007 haben sie es dann geschafft; binnen zwei Stunden, 45 Minuten und 45 Sekunden standen sie auf dem Gipfel des Cerro Torre und legten noch einen drauf, in dem sie innerhalb von 22 Stunden gleich alle drei Zinnen des Torre Massivs erklommen hatten. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist Thomas Huber oft auch im Doppelpack mit seinem Bruder Alexander in den abgelegensten, höchsten und gefährlichsten Bergwelten dieser Erde unterwegs.

Eines dieser Abendteuer brachte die Huberbuam und Mario Waldner zum Mount Asgard, nach Buffin Island in die Arktis. Auf lustigste Art und Weise erzählte der urige Bayer, was den Gipfelstürmer doch so einiges an Disziplin, Fingerspitzengefühl und Schwierigkeitsgraden von 7 bis 10 abverlangt wurde.

Rock ’n’ Roll zum Abschied

Da die Akustikgitarre von Thomas Huber auch auf seinen Expeditionen immer ständiger Begleiter ist, komponierte der dreifache Familienvater, jetzt bei einer Jamsession mit seiner Band „Plastic Surgery Disaster“ einen wilden Rock ’n’ Roll mit schrägen, bluesigen Gitarrenriffs. „There is a hope if you think higher, we have to go this way it´s our desire …“ beschreibt das steile Leben am Torre, das ihn für den Text seines neuen Songs „Desire“ inspiriert hat und den krönenden Abschluss seiner beeindruckenden Show bildete.