Der sonst im Dezember übliche Fahrplanwechsel der Busverbindungen im Landkreis hat diesmal eine besondere Dimension. Zum Jahreswechsel geht das neue Nahverkehrskonzept mit vielen Neuerungen an den Start: „Bus 19+“.

„Den heutigen Ansprüchen an die Mobilität der Fahrgäste im ÖPNV tragen wir nun Rechnung“, sagt Jörg-Michael Wienecke, Leiter des Amts für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur beim Landratsamt Göppingen. Ausgehend von den Bahnverbindungen wurden die Fahrzeiten der Busse angepasst und „vertaktet“. Das bedeutet, dass die Busse regelmäßiger fahren und auch häufiger. „Insgesamt sind es rund 1,7 Millionen Kilometer mehr, die nun im Plan stehen werden“, erklärt Wienecke. „Die Umstellung ist ein Riesenschritt, wie es ihn im Landkreis bisher nicht gegeben hat.“

Einige Verbindungen wurden verlängert

Neben zahlreichen zusätzlichen Fahrten am Abend, an Wochenenden und Feiertagen sowie im Rufbusverkehr werden vor allem auch unter der Woche Taktverdichtungen auf bisher schwach bedienten Verbindungen vorgenommen. Außerdem gehen neue Linien in Betrieb und einige bestehende Verbindungen werden verlängert und teilweise geändert. Ein Beispiel ist die Linie 3 von Göppingen nach Schlat. Dort gibt es verschiedene Fahrstrecken, die man nun nutzen kann. Eine, auf der man etwas schneller am Ziel ist, eine andere, die unterwegs mehr Haltestellen bedient. Der Takt: Alle 15 Minuten geht es los.

Neu sind beispielsweise auch die City-Verkehre, die ausgebaut werden. In Geislingen fährt der GeislBlitz erstmals das Gebiet Neuwiesen an. In Göppingen bekommt unter anderem Jebenhausen eine eigene Citybus-Linie innerhalb des Stadtbezirks. Das hat den Effekt, dass der „große“ Linienbus, der ins Voralbgebiet weiterfährt, keine Tour durch den Ort fahren muss und man so mit ihm schneller am Ziel ist.

„Die Fachkompetenz der Bus-Unternehmen ist mit in die Pläne eingeflossen“, berichtet Wienecke – so soll eine möglichst passgenaue Versorgung auch in den Randbereichen des Netzes erreicht werden. „Uns war es wichtig, clevere Mobilitätsketten zu gestalten“, erklärt Sebastian Hettwer, der stellvertretender Amtsleiter.

Neue Querverbindungen sind entstanden

Die zentrale Achse ist die Bahnlinie durch das Filstal. Entsprechende Anbindungen an die Bahnhöfe werden ermöglicht – übrigens auch bis spät am Abend. Gestärkt und zum Teil neu geschaffen wurden Querverbindungen, die es bisher nicht gab. Die Linie 984 zum Beispiel, die Süßen, Schlat und Eschenbach verbindet. Und: An verschiedenen Knotenpunkten werden „Rendezvous“-Halte geschaffen, wo weiterführende Busse aufeinander warten sollen. So zum Beispiel in Zell u.A., Schlierbach oder Böhmenkirch, wo jeweils weitergehende Linien bedient werden. „Es gibt viele Beispiele, wo es Änderungen gibt“, kündigt Sebastian Hettwer an. „Auch rund 200 Haltestellen im Landkreis wurden umbenannt“, erklärt er. Das unterstreicht, wie tiefgreifend die Fahrplanreform ist.

Die Informationskampagne rund um „Bus 19+“ ist nun gestartet. Auch unsere Zeitung wird in den nächsten Tagen und Wochen im Detail berichten.

Politik macht Vorgaben für ÖPNV


Beschluss Der Kreistag gibt die Regeln vor: Im Dezember 2015 wurde der Nahverkehrsplan verabschiedet – das war der Startschuss für die Neukonzeption.

Planung In den vergangenen Jahren haben Landkreisverwaltung und Busunternehmer die Vorgaben in detaillierte Pläne ausgearbeitet. Viele Wünsche und Anregungen wurden berücksichtigt sowie Impulse aus Kommunen aufgenommen. Das Ergebnis ist „Bus 19+“, das neue Fahrplan-Konzept im Landkreis.