Einweihung Neues Herz für Albershausen

Das Krone-Areal in Albershausen. Nach vielen Jahren der Diskussion, Planung und Bauzeit ist der neue Platz nun fertig. Er soll der neue Treffpunkt für Jung und Alt werden.  Foto: Werner Schmidt
Das Krone-Areal in Albershausen. Nach vielen Jahren der Diskussion, Planung und Bauzeit ist der neue Platz nun fertig. Er soll der neue Treffpunkt für Jung und Alt werden. Foto: Werner Schmidt © Foto: Foto: Werner Schmidt
Albershausen / WERNER SCHMIDT 10.10.2016

Es ist geschafft. Nach zehnjähriger Diskussion, Planung und Bauzeit ist das Krone-Areal in Albershausen endlich fertig. Fertig? Noch nicht ganz.

Es fehlen noch die Parkplätze. Dort stand am Wochenende das Festzelt, in dem Bürgermeister Jochen Bidlingmaier am Samstag feststellte: „Aus Visionen sind konkrete Planungen geworden.“ Dem Gemeinderat und der Verwaltung sei es wichtig gewesen, an diesen zentralen Platz direkt an der Bundesstraße, über die täglich rund 16 000 Fahrzeuge fahren, auch ein wenig Grün zu verbauen.

Für die Zukunftsfähigkeit von Ort und Platz soll mit den Parkplätzen auch eine E-Tankstelle entstehen, und schließlich sei es ein repräsentativer Platz, der mit Leben gefüllt werden soll. Durch Dorffeste zum Beispiel.

Unter den Ehrengästen waren neben Landrat Edgar Wolff die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Razavi und die SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens. Mit dem Landratsamt habe es eine hervorragende Zusammenarbeit bei den Anträgen des Sanierungsprogramms gegeben, lobte Bidlingmaier. Den beiden Politikerinnen dankte der Albershäuser Verwaltungschef dafür, dass sie ihr „politisches Gewicht in die Waagschale geworfen haben, um den Zuschuss für den Neubau seitens des Landes und des Bundes zu sichern“. Insgesamt flossen rund 190 000 Euro an Landes- und Bundesgeldern in den Bau des Krone-Areals am Rathaus.

Es brauchte einen langen Atem. Bereits 2006 sei mit dem Abriss des alten Gasthauses Krone ein erster Schritt erfolgt. Damals noch unter dem Vorgänger von Jochen Bidlingmaier, Hermann Hering. Der ist inzwischen im Ruhestand. Aber die Planungen fürs Krone-Areal gingen weiter: ein Bistro vielleicht? Oder gar seniorengerechter Wohnraum? Es gab über Jahre hinweg keine einvernehmliche Lösung. Mit dem Bürgermeisterwechsel und der Aufnahme ins Sanierungsprogramm „Aktive Stadt und Ortsteilzentren“ gab es dann zwar Sanierungsmittel, aber immer noch keine Lösung für den Platz.

Ende des Jahres 2012 wurden die Bürger schließlich befragt, die den Anstoß gaben, das gesamte Rathaus­umfeld zu betrachten. Was zwar ein wichtiger Hinweis war, aber die politischen Gremien auch nicht der Lösung näher brachten: „Uns erschienen letztendlich bei all den Varianten die Gesamtkosten zu teuer“, sagte Bürgermeister Bidlingmaier. Erst mit dem Landschaftsarchitekturbüro Harald Fischer aus Reichenbach sei ein guter Kompromiss entwickelt worden: „Den können wir heute endlich einweihen. Man kann daher getrost sagen: Was lange währt, wird endlich gut.“

Die Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens brachte in ihrer Rede ihre erst kürzlich gemachten Erfahrungen von Rom mit ein: „Die römischen Verhältnisse sind anstrengend.“ Vieles verfalle, die Straßen seien in schlechtem Zustand: „Die deutschen Verhältnisse sind gar nicht so schlecht“, stellte sie fest. Wenn man den Platz ansehe, sei etwas im Entstehen und ein Ende abzusehen.

Nicole Ravazi sagte, sie freue es, dass Albershausen mit dem Krone-Areal ein neues Herz bekomme. Sie kenne den Fleck seit ihrer Kindheit. Wenn der Platz offen und frei werde, fühle sich auch der Bürger wohl.

Zum Wohlgefühl trug auch Landrat Edgar Wolff mit seinen historischen Kenntnissen bei: „Hier an gleicher Stelle gab es vor mehr als 60 Jahren schon einmal Grund zum Feiern.“ Am 14. Dezember 1954 sei der Bau der Umgehungsstraße zum „Roten Berg“ (die heutige Ortsdurchfahrt vom Rathaus in Richtung Schlierbach) im Gasthaus Krone begangen worden.

Heute nun sei der Platz ein Blickpunkt: Von welcher Seite man auch auf der Bundesstraße 297 nach Albershausen komme, „dieser Platz beim Rathaus fällt ins Auge“. Hier sei ein Treffpunkt für Jung und Alt, geradezu einladend, ein Schwätzchen zu halten.

Ob der Name bleibt, bleibt abzuwarten

Keine Schulden Insgesamt hat die Umgestaltung des Platzes 380 000 Euro gekostet, ohne dass die Gemeinde dafür Schulden machen musste. Das Projekt wurde erst in Angriff genommen, nachdem die Gemeinde 2012 in das Bund-Länder-Programm „Innenentwicklung – Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen worden war. Dadurch konnten Zuschüsse für städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen bewilligt werden.

Drei Linden Auf dem Platz sollen auch noch drei Linden gepflanzt werden. Eine kleine erhielt Jochen Bidlingmaier vom Landschaftsarchitekten Harald Fischer überreicht. Ob der  Platz für alle Zukunft seinen Namen behalten wird, zweifelte Bidlingmaier an: Es könne durchaus sein, dass er in Lindenplatz umbenannt werde, denn die Linde habe in Albershausen von jeher eine bedeutende Rolle gespielt.

Premiere Gleichzeitig mit der Eröffnung des Krone-Areals feierte der Ort am Wochenende seine erste „Fleggatour“, bei dem sich die mehr als 20 Vereine im Ort präsentierten. Ein Bus-Shuttle fuhr mit den Besuchern zu den einzelnen Vereinen.

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