Süßen / swp  Uhr

Allein den richtigen Weg durch den Paragrafendschungel zu finden, fällt Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen schwer. Jetzt haben die Betroffenen mit der „Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung“ (EUTB) in Süßen eine neue Anlaufstelle. Das neue Angebot wird vom Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg (LVKM) in Kooperation mit dem Kreisverein Leben mit Behinderung Göppingen getragen. Die EUTB unterstützt und berät Menschen mit Behinderung oder von Behinderung bedrohte Menschen und ihre Angehörigen kostenlos in Fragen zu Rehabilitation und Teilhabe. Diese Beratung gilt als „Herzstück“ des neuen Bundesteilhabegesetzes, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Bund fördert den Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes von rund 500 Beratungsstellen.

Die Beratungsstelle in Süßen ist die zweite im Landkreis Göppingen und in der Begegnungsstätte des Kreisvereins „Leben mit Behinderung“ angesiedelt. Durch das neue Angebot werde die Selbsthilfe gestärkt, erklärte die Vorsitzende Brigitte Buschhaus-Over bei der Eröffnung der Beratungsstelle. Der wesentliche Kern der EUTB sei das sogenannte „peer counceling“, das bedeutet, dass Betroffene andere Betroffene beraten, so die LVKM-Geschäftsführerin Jutta Pagel-Steidl. „Die Menschen mit Behinderung müssen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, um die notwendigen Hilfen zu bekommen. Es geht um die Stärkung der Selbstbestimmung und Teilhabe“, sagte die Göppinger Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Kreisbehindertenrings, Heike Baehrens. Froh ist die Kreisbehindertenbeauftragte Claudia Oswald-Timmler, dass es nun im Landkreis Göppingen eine zweite EUTB gibt.

Hauptamtliche Beraterin in der neuen Anlaufstelle ist Silke Prandstätter. Als Mutter eines Sohnes mit Behinderung kenne sie viele Sorgen und Nöte aus dem eigenen Familienalltag. „Als Eltern fühlt man sich oft allein. Das direkte Gespräch mit den Betroffenen selbst suchen, sich Zeit nehmen und Zuhören“, sei ihr Anliegen. „Es tut den Betroffenen gut, wenn jemand dabei ist bei der Antragstellung oder dem Termin beim Amt.“ Einen weiteren Vorteil sieht Prandstätter in der aufsuchenden Beratung. „Wer nicht selbst mobil ist, findet sonst nur schwer den Weg zur Beratung.“

Info www.teilhabeberatung.de