Investition Neuer Masterplan für den Klosterpark

Im Westen des Areals, auf dem ehemaligen Campingplatz, soll ein Veranstaltungszentrum sowie ein Hostel entstehen, erklärte Investor Höfer dem Gemeinderat.
Im Westen des Areals, auf dem ehemaligen Campingplatz, soll ein Veranstaltungszentrum sowie ein Hostel entstehen, erklärte Investor Höfer dem Gemeinderat. © Foto: Staufenpress
Adelberg / Werner Schmidt 29.12.2017
Durch den Zukauf des Spiellandes und der Eishalle haben die Investoren mehr Spielraum für das Klosterpark-Areal.

Gut Ding will Weile haben. Daher geht es mit der Entwicklung des Klosterparks in Adelberg zwar voran, aber der Investor Klosterpark GmbH plant bis weit in die 2020er Jahre. Während der Gemeinderatssitzung am Donnerstag vor Weihnachten stellten Vertreter der Klosterpark GmbH einen geänderten Masterplan vor. Der unterscheidet sich in einigen Punkten erheblich von den ursprünglichen Planungen und bringt deutliche Vorteile für Adelberg. Aber dazu braucht es einen neuen Bebauungsplan, dessen Aufstellung gleich mit beschlossen wurde.

Im Juni dieses Jahres konnten die Klosterpark-Investoren nach langen und zähen Verhandlungen Spieleland und Eishalle dazu kaufen: „Das erlaubte uns eine freiere Gestaltung“, sagte Markus Höfer von der Klosterpark GmbH. Zwar sind die Investoren von fast unerschütterlicher Zuversicht, aber es gab in den vergangenen zwei Jahren seit dem Kauf des Geländes auch Rückschläge. Im einstigen Montemaris sollte eigentlich schon längst wieder Sport getrieben werden. An Fitness war gedacht, aber es fand sich kein Betreiber. Adelberg scheint grade für diesen Bereich zu abgelegen und die Konkurrenz im nahen Schorndorf und Göppingen zu groß.

Es scheint aber, als habe Markus Höfer noch ein Ass im Ärmel: „Es sieht so aus, als ginge es im Bereich vorwärts. 2018 soll ein Knopf dran“, verkündete er den Gemeinderäten. Und auch Spieleland und Eishalle entwickelten sich positiv: „Wir haben alle Mitarbeiter übernommen. Der Betrieb wird weiter geführt. Es entwickelt sich positiv, die Besucherzahlen steigen.“ Besonders beliebt sei die Eisdisko.

Durch den Zukauf von Eishalle und Spieleland ergaben sich sofort andere planerische Möglichkeiten zum Beispiel für die Erschließungsstraße für das Grundstück und die Zufahrt zum Wohngebiet Unterer Wasen: „Wir streben eine klare Trennung zwischen der Erschließung des Klosterparks und dem Wohngebiet an.“

Aus Gründen des Schallschutzes wurde nun auch die Gebäudeplanung ganz neu konzipiert. Die Soccer- und die Veranstaltungshalle, die nach den alten Planungen nordwestlich des Spielelandes angesiedelt waren, werden nun nach Süden verlagert. Sie bilden dann eine Linie mit den vorhandenen Gebäuden. Die Zugänge sind auf der Nordseite vorgesehen, sodass die Gebäude selbst als Schallschutzkörper zum südlich gelegenen Wohngebiet wirken: „Die Lärmrichtwerte für die Bewohner im Unteren Wasen werden ganz klar eingehalten“, versprach Investor Markus Höfer in der Sitzung.

Zwischen Soccerhalle, die direkt ans Spieleland anschließen soll und dem weiter westlich gelegenen Veranstaltungszentrum mit Seminarräumen sind Betriebswohnungen, ein Spielplatz und ein Hostel vorgesehen. Im neuen Veranstaltungszentrum sollen bis zu 600 Menschen Platz finden.

Vom einstigen Vier-Sterne-Hotel ist man abgerückt: „Das hätte eine zu große Herausforderung bedeutet“, sagte Höfer. Dafür hält das Hostel 50 bis 60 Zimmer unterschiedlicher Größe bereit, die sowohl Ansprüchen für Jugendliche wie auch gehobeneren Wünschen genügen sollen. Die Architektur wurde nicht nur hinsichtlich der neuen Möglichkeiten überarbeitet, sondern auch im Hinblick auf möglichst große Freiräume und damit verbundener Rücksichtnahme auf alle Nachbarn. Im Fokus habe auch die Entwicklung der Qualität des Klosterparks gestanden, erklärte ein Mitarbeiter des beauftragten Architekturbüros Nething.

Bis zu dieser jetzt vorgestellten Planung hielt vor allem der einstige Campingplatz immer wieder Überraschungen bereit. Rund 650 Tonnen Bauschutt, Müll, Schrott und sonstige Überbleibsel wurden 2016 aus dem Boden geholt und entsorgt, berichtete Markus Höfer.

Inzwischen könnten die Adelberger auf dem Gelände wieder spazieren gehen. Im ehemaligen Anmeldehaus wird seit Anfang Dezember ein Café, die „Adelbar“ betrieben. Überhaupt schlägt das Herz der Investoren für die Adelberger, werde es doch auf der Kasse für die einzelnen Angeboten eine „Adelberg-Taste“-Karte geben mit Vergünstigungen für die Bewohner. Kooperationen mit den örtlichen Vereinen werden angestrebt. Bürgermeisterin Marquardt äußerte, sie sei glücklich und habe ein gutes Gefühl: „Sie haben Wort gehalten“, stellte sie in Richtung der Investoren fest. Die Planungen seien in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde erfolgt.

Viel Wirbel um den Verkauf des Areals

Bürgerentscheid Die Adelberger stimmten beim Bürgerentscheid 2013 klar gegen den Verkauf des Montemaris und des Campingplatzes an eine Investorengruppe um den privaten Investor Wolfram Wäscher. 691 Adelberger stimmten gegen den Verkauf.

Verkauf Die Gemeinde Adelberg verkauft 2015 den Campingplatz, das Montemaris und die Anteile an der bisher gemeindeeigenen „Klosterpark Adelberg GmbH“ an die Investoren Bernd Müller und Markus Höfer. Sie wollen das Areal nach eigener Aussage „revitalisieren“.

Montemaris Im Jahr 2006 wurde das Wellenbad noch renoviert. Die Gesellschaft „VitaPar“ betrieb das Bad mit neuem Konzept als „Montemaris“. Die Einrichtung blieb im Besitz der Ge­meinde. Seit Juni 2010 ist das Montemaris wegen zu hoher Defizite geschlossen.

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