Gruibingen Neuer Discounter: Gemischte Gefühle

Gruibingen / JÜRGEN SCHÄFER 07.03.2013
Mit gemischten Gefühlen sieht der Gruibinger Schultes Roland Schweikert die Pläne für einen neuen Lebensmittelmarkt in Mühlhausen.

Die Gruibinger sind auf auswärtige Märkte angewiesen, was als Manko gesehen wird. Bisher haben sie sich zu zwei benachbarten Märkten im Bad Ditzenbacher Teilort Gosbach orientiert. Künftig soll noch ein dritter hinzukommen: Mühlhausen will sich einen Discounter zulegen, im künftigen Gewerbegebiet Sänder am östlichen Ortsrand, bequem zu erreichen über die B 466. Für die Gruibinger liegt das näher. Eine Verbesserung also?

Schweikert weiß nicht recht. Gewiss, sagt er, damit wachse die Auswahl an Märkten. Man könne künftig wählen zwischen Vollsortimenter, Discounter und Marken-Discount. Aber die Entfernung zum nächsten Markt schrumpfe nicht entscheidend. "Zu Fuß können wir da auch nicht hin, man muss ins Auto steigen", stellt Schweikert fest. Und einen Haken habe das auch: Der künftige Markt will auch eine Bäckerei führen. Schweikert sieht damit eine Konkurrenz für die eigene Bäckerei in Gruibingen heraufziehen. Er hofft, dass die Gruibinger ihrer Bäckerei die Treue halten.

Für einen eigenen Lebensmittelmarkt in Gruibingen sieht es zappenduster aus. Schweikert hat im letzten Jahr noch mal eine Offensive gestartet, einen Markt an den Ort zu holen. "Mit allen haben wir gesprochen", berichtet er, aber das Ergebnis sei frustrierend. Zuletzt war er nah am Ziel: "Wir hätten einen Betreiber gehabt, aber keine Marke", berichtet er.

Grund: "Wir liegen einfach am Ende des Tals, wir haben kein Einzugsgebiet", klagt er. Vom Voralbgebiet, das mit Märkten versorgt sei, fahre keiner nach Gruibingen hoch zum Einkaufen. "Da müssten wir schon einen besonderen Markt haben." Und hinter Gruibingen kommt nichts mehr - nur die lange Strecke bis Weilheim.

Die "gemischten Gefühle" behält Gruibingen aber für sich. Der Gemeinderat hat keinen Einspruch gegen die Pläne in Mühlhausen erhoben, was möglich gewesen wäre. "Wir legen uns da gegenseitig keine Steine in den Weg", kommentiert der Schultes diese Haltung. Bad Ditzenbach hat dagegen Einwände formuliert, weil es Einbußen für seine Lebensmittelmärkte befürchtet.