Verkehr Neuer Anlauf für Straßensanierung

Forstarbeiter legen zwischen Schlierbach und Ohmden bis zu 20 Meter tiefe Abschnitte neben der Straße frei. Auf dem gerodeten Band soll ab April ein Geh- und Radweg gebaut werden.
Forstarbeiter legen zwischen Schlierbach und Ohmden bis zu 20 Meter tiefe Abschnitte neben der Straße frei. Auf dem gerodeten Band soll ab April ein Geh- und Radweg gebaut werden. © Foto: Giacinto Carlucci
Uhingen / TOBIAS FLEGEL 13.02.2019

Erste Hinweise auf den Beginn eines schon lange geplanten Vorhabens stecken schon seit einigen Wochen im Boden beim Grillplatz Kreuzeiche zwischen Schlierbach und Ohmden. Entlang der Straße markieren Pfähle einen bewachsenen Streifen, der wohl bald seiner Vegetation beraubt sein dürfte: Forstarbeiter der Kreise Esslingen und Göppingen wollen diese Woche Bäume in dem abgesteckten Bereich fällen und Sträucher schneiden. Diese Arbeiten bereiten den Boden für die schon lange geplante Verbreiterung der Straße zwischen Schlierbach und Ohmden sowie für den Neubau eines Geh- und Radwegs neben der erneuerten Fahrbahn.

Zuletzt hatte eine Panne den Unmut über den sich stetig verschlechternden Zustand der Straße befeuert. Im Herbst 2017 wurde bekannt, dass ein fehlendes artenschutzrechtliches Gutachten den Beginn des Vorhabens um ein Jahr im Zeitplan zurückwirft. Die Verbreiterung der Straße und der Neubau des Geh- und Radwegs konnten nicht wie vorgesehen 2018 beginnen, sondern erst 2019.

„Die Maßnahme ist bitter notwendig“, sagt der Bürgermeister von Schlierbach, Sascha Krötz. Gleicher Ansicht war sein Vorgänger Paul Schmid, ein leidenschaftlicher Radfahrer, der den Zerfall der Straße beobachtete. Vor eineinhalb Jahren berichtete der frühere Bürgermeister von abgesackten Teilen der Fahrbahn. Die zentimeterhohen Absätze stellten eine erhebliche Gefahr für Radler dar, warnte Paul Schmid damals.

Ende 2019 sollen Autofahrer auf einer neuen und breiteren Straße von Schlierbach nach Ohmden rollen und Radfahrer auf einer eigenen Spur. Ein Grünstreifen, der neben der Fahrbahn entlang führt und der Sicherheit dient, trennt beide Bahnen. Die gesamte Maßnahme soll 2020 abgeschlossen sein, wenn alle Restarbeiten erledigt sind.

Die Forstarbeiten in dieser Woche schaffen den Platz für eine breitere Fahrbahn sowie für Grünstreifen und Radweg. Nach Angaben des Straßenbauamts der beiden Kreise roden Arbeiter mancherorts Abschnitte von bis zu 20 Metern Tiefe. „Das wird zunächst wie eine frische Wunde aussehen“, wird Projektleiter Harald Stephan in einer Pressemitteilung zitiert. Breitere Böschungen nutzten die Arbeiter, um heimische Bäume mit großen Kronen zu pflanzen. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll ein stabiler Waldtrauf entlang der Straße herausgepflegt werden. Einen Streifen Grünland wollen die Förster unberührt lassen, damit sich darauf Sträucher entwickeln können.

Diese neue Vegetation reicht aber nicht aus als Ausgleich für das gesamte abgeholzte Band entlang der Straße. Deswegen soll bei Ohmden ein früherer Acker mit heimischen Laubgehölzen aufgeforstet werden. Außerdem sollen vor dem Wald Wildobst sowie Hochstauden wachsen. Besondere Aufmerksamkeit wollen Förster und Landschaftspfleger der 180 Jahre alten Königslinde bei Schlierbach schenken, deren Fortbestand ein spezieller Schutz für die Wurzeln sichern soll.

Nachdem mit den Forstarbeiten entlang der Straße zwischen den beiden Gemeinden erkenntlich Bewegung in das Vorhaben gekommen ist, kommt es schon bald wieder zum Erliegen. „Nach den erfolgten Holzfällarbeiten ruht die Baustelle witterungsbedingt für einige Wochen“, kündigt der Leiter des Straßenbauamts für die zwei Kreise, Thorsten König, an. Die Rodung des Waldstreifens entlang der Straße soll Ende der Woche abgeschlossen sein. Richtig losgehen soll es dann mit der Sanierung der Straße und dem Neubau des Geh- und Radwegs im April. Dieser Start setzt jedoch voraus, dass keine neuen Überraschungen das Vorhaben erneut verzögern.

Zwei Kreise und eine Gemeinde teilen sich die Kosten

Schlüssel Zwei Kreise tragen die Gesamtkosten über rund 4,3 Millionen Euro. Auf den Kreis Esslingen entfallen 2,5 Millionen Euro und auf den Kreis Göppingen 1,8 Millionen, teilt der Leiter des für beide Kreise zuständigen Straßenbauamts, Thorsten König, mit. Beide Kreise teilen die Kosten unter sich auf, weil die Straße über die Grenze zwischen ihnen führt. Einer nur im Kreis Esslingen geltenden Vorgabe nach müssen sich auch Gemeinden an den Kosten beteiligen: Ohmden muss deshalb knapp über 100 000 Euro zur Sanierung beisteuern.

Schlierbach Die Gemeinde wickelte für den Kreis Göppingen nur die Verhandlungen zum Grunderwerb ab.

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