Drackenstein / Von Thomas Hehn  Uhr
Der Erörterungstermin rückt näher. Die Spannungen zwischen Gegnern und Befürwortern der E-Trasse nehmen zu.

„Der Streit um K-Trasse oder E-Trasse spaltet nicht nur den Gemeinderat, sondern inzwischen den ganzen Ort.“ Franz Schulz macht sich Sorgen um den Dorffrieden in Drackenstein. Nach Meinung des stellvertretenden Bürgermeisters geht es in der Diskussion um den neuen Albaufstieg der A 8 vor dem geplanten Erörterungstermin Ende September längst nicht mehr um die Sache: „Da heißt es nur noch: Bist Du für oder gegen mich.“

Franz Schulz war früher Mitglied bei den „Drackis“

Schulz selbst war früher für die K-Trasse und sogar Mitglied in der Bürgerinitiative „Dracki“, die vor allem die bei der E-Trasse geplante 460 Meter lange und bis zu 71 Meter hohe Brücke über das Gosbachtal verhindern will. Inzwischen ist der 68-Jährige für die E-Trasse. Nicht nur, weil sie von den Behörden favorisiert wird, sondern weil diese Variante auch den Nachbargemeinden am meisten entgegenkommt.

Nach der Abfuhr aus Bad Ditzenbach hat die „Bürgerinitiative A8 Drackensteiner Hang“ eine gute Nachricht aus Drackenstein erhalten: Es gibt Geld.

Mühlhausen und Hohenstadt als weitere betroffene Gemeinden lehnen die K-Trasse entschieden ab. Die Mühlhausener wehren sich gegen die bis zu 120 Meter hohe und 1350 Meter lange Brücke übers Filstal am Beginn des Albaufstieges. Sie wäre damit erheblich mächtiger als die bei der E-Trasse vorgesehene Filstalbrücke, die 52 Meter hoch und 800 Meter lang sein soll. In Hohenstadt lehnt man die K-Trasse ab, weil der neue Albaufstieg bereits auf Höhe des Lämmerbuckels, also noch vor der Gemeinde wieder auf die bestehende Autobahn geführt werden soll. „Dann haben wir das Verkehrschaos wieder im Ort, wenn es sich auf der A 8 staut“, fürchtet Hohenstadts Bürgermeister Günter Riebort.

Franz Schulz: Bürgerinitiative widerspricht eigenen Grundsätzen

Außerdem ist bei der E-Trasse vorgesehen, dass der alte Albaufstieg erhalten wird und als Umleitungsstrecke genutzt werden kann. In der von Ingenieur Hans-Peter Kleemann vom Büro für Angewandten Umweltschutz (BAU) in Schorndorf entwickelten neuen „K18-Trasse“, wird der Albaufstieg zu Beginn etwas von einem FFH-Gebiet bei Gruibingen abgerückt und der Tunnel verkürzt.

Der Göppinger Kreistag streicht in der Stellungnahme den Zusatz einer „ergebnisoffenen Prüfung“.

Hier haben allerdings Riebort wie Schulz erhebliche Bedenken: „Da gibt es Probleme mit der Bahn, weil in diesem Bereich auch der Tunnel der Schnellbahntrasse quert“, führt Riebort an. Im weiteren Verlauf müsse man die A 8 sogar verschwenken, damit sich Autobahn und Bahn auch an der Oberfläche nicht in die Quere kommen.

Für Franz Schulz widerspricht die Bürgerinitiative mit der neuen K18-Trasse für den Albaufstieg sogar ihren eigenen Grundsätzen: „Auf der einen Seite will Dracki die Landschaft schützen, hat auf der anderen aber kein Problem damit, dass am Albtrauf zig Hektar wertvoller Mischwald gerodet werden.“

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