Süßen / swp  Uhr

Der bisherige Bürgerbus, der in Süßen liebevoll „Mobs“ genannt wird und sich aus „mobil in Süßen“ ableitet, ist bereits seit Mai 2009 im Einsatz. Der Tacho des knallgelben Sprinters zeigt mittlerweile mehr als 278 000 Kilometer an. „Nach fast zehn Jahren war es nun Zeit für ein neues Fahrzeug“, machte Uwe Riether, Vorsitzender des Süßener Bürgerbusvereins, in seiner Ansprache im Bürgerhaus deutlich.

Bereits seit 2016 hatte sich daher der Verein mit der Neubeschaffung auseinandergesetzt. „Jetzt ist es soweit“, freute sich Riether und betonte, dass die Finanzierung des neuen Fahrzeugs ganz ohne Kreditaufnahme möglich war. 110 000 Euro hat der Bus gekostet. Dank der Erbschaft eines Süßener Bürgers steuerte die Stadt nur noch 35 000 Euro bei. Vom Land gab es einen Zuschuss von 30 000 Euro. Den Rest stemmte der Bürgerbusverein aus eigener Tasche. „Ohne unsere Werbepartner wäre dies finanziell nicht zu schaffen“, erklärte Uwe Riether.

Gerne hätte man einen Elek­trobus anstatt eines Dieselfahrzeugs angeschafft, machte Riether weiter deutlich, doch dies scheiterte letztendlich am Gewicht. Demnach bringt ein Elektro-Sprinter 4,2 Tonnen auf die Waage und liegt damit 700 Kilogramm über den 3,5 Tonnen, die bei der ehrenamtlichen Personenbeförderung erlaubt sind.

„Bürgerbusse sind prädestiniert dafür, als Elektrogefährt eingesetzt zu werden“, sagte Sascha Binder. Als Präsident des Landesverbandes Pro Bürgerbus Baden-Württemberg will er sich auch weiterhin für eine Ausnahmegenehmigung einsetzen.

Zum grasgrünen Mobs meinte er schmunzelnd: „Mit der Signalfarbe haben die Süßener ein echtes Alleinstellungsmerkmal.“ Bürgermeister Marc Kersting lobte das Engagement des Bürgerbusvereins, der mit Herzblut den Menschen in Süßen einen Service bietet, der sich in steigenden Fahrgastzahlen und optimierten Fahrstrecken widerspiegelt. Auch Kersting bedauerte, dass die Bedingungen es nicht zulassen, einen Elektrobürgerbus einzusetzen.

Für die zahlreichen ehrenamtlichen Fahrer hatte die Heimleitung der Süßener Wilhelmshilfe als Dankeschön einen Geschenkkorb zusammengestellt. Der Bürgerbusverein aus Ebersbach überreichte einen Gutschein.

Nach den Grußworten folgte die Segnung des neuen Fahrzeugs durch die Vertreter der beiden Kirchengemeinden. Für den Einsatz als Bürgerbus ist der Sprinter zum Niederflurbus umgebaut worden. Dazu wurde der Fahrzeugboden abgesenkt, eine zweiflügelige elektrische Schwingtüre und eine Klappe für problemloses Zusteigen mit Rollstuhl oder Rollator eingebaut.

Acht Fahrgäste finden Platz im neuen ­grasgrünen Bürgerbus. Das bisherige Fahrzeug wird ausgemustert.