Verkehr Neue Zählung notwendig

Von Thomas Hehn 07.10.2017

Als der Gemeinderat im Juni über eine mögliche Ortsumfahrung von Böhmenkirch diskutierte, beschloss das Gremium unter anderem eine erneute Verkehrszählung. Mit den aktuellen Zahlen hofft die Gemeinde, den Bau der Umgehungsstraße vorantreiben zu können. Hintergrund bildet die im vergangenen Jahr freigegebene Querspange zwischen B 10 und B 466 in Süßen. Auf der Alb ist man überzeugt, dass mit der Umgehung von Süßen wiederum der Durchgangsverkehr in Böhmenkirch deutlich zugenommen hat (die GZ berichtete).

Die Böhmenkircher wollten die neuen Zahlen eigentlich schon  dem Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Norbert Barthle, bei einer Wahlkampfveranstaltung Mitte August in Mühlhausen präsentieren. Daraus wurde nichts: Bei der Verkehrszählung im Juli gab es eine schwerwiegende Panne:  „Ein Gerät hat die auf der B 466 aus Richtung Weißenstein ankommenden Fahrzeuge nicht erfasst“, erläuterte Bürgermeister Matthias Nägele  gestern auf Anfrage der GEISLINGER ZEITUNG. Deshalb müsse die Zählung wiederholt werden.

Das hätte das Ingenieurbüro  zwar längst tun können. Allerdings wollte man auf dem Rathaus in den (verkehrsarmen) Sommerferien nicht messen. Nach den Ferien kam eine Baustelle in Steinenkirch dazwischen. Die damit verbundenen  Sperrungen hätten ebenfalls keine objektiven Ergebnisse erbracht, argumentiert der Bürgermeister.

Inzwischen visiert Nägele eine Woche Anfang November für die neue Zählung an. Das könnte gerade reichen, um die aktuelle Verkehrsbelastung noch rechtzeitig nach Stuttgart melden zu können. Ursprünglich wollte sich das Verkehrsministerium demnächst entscheiden, in welcher Reihenfolge die im Bundesverkehrswegeplan bis 2030 vorgesehenen Umfahrungen gebaut werden. Wie in Böhmenkirch ist es aber offenbar auch in der Landeshauptstadt zu Verzögerungen gekommen. „Vor Ende November, Anfang Dezember wird da sicher nichts entschieden“, versicherte gestern ein Sprecher des Verkehrsministeriums.