Die Kreissparkasse Göppingen steht vor einem großen Umbruch: Zum 1. Juni wird eine Filiale geschlossen, aus 17 weiteren werden Selbstbedienungsfilialen, weitere werden zusammengelegt. Dies hat die Bank am Freitag um 14 Uhr auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben. In den SB-Filialen soll es aber möglich sein, nach vorheriger Terminvereinbarung auch mit einem Berater vor Ort zu sprechen.

Neue Filialstruktur

Der Vorstandsvorsitzende Hariolf Teufel betont, dass die Kreissparkasse Göppingen mit der neuen Filialstruktur den veränderten Gegebenheiten zwar Rechnung trage, Filialen aber immer ein wichtiges Standbein für die Kreissparkasse bleiben würden: „Wir investieren auch in Zukunft in unsere Filialen. Aktuell beispielsweise in Geislingen am Sternplatz.“ Ein Kennzeichen der Filialen werde es zunehmend sein, dass sie an sogenannten Frequenzstandorten zu finden sein werden. 

Grund für die Zeitenwende bei dem Geldinstitut seien veränderte Kundengewohnheiten. Teufel sagt: „Die durchschnittlichen Sparkassenkunden kommen ein Mal pro Jahr zu einem Beratungsgespräch in die Filiale, sie nutzen 24 Mal pro Jahr den Geldausgabeautomaten und sie besuchen 108 Mal pro Jahr die Internetfiliale.“ Beratungsgespräche vereinbarten die Kundinnen und Kunden zu komplexen Themen wie Altersvorsorge, Vermögensanlage oder Baufinanzierung. Das führe dazu, dass die Kreissparkasse ihre Mitarbeiterkapazitäten in Zukunft anders einsetze.

In 17 Ortschaften nur noch SB-Filialen

Die Filiale in Schlat wird komplett geschlossen. Diese Filialen werden zu Selbstbedienungsfilialen umgebaut: Adelberg, Bad Ditzenbach, Bad Überkingen, Bartenbach, Birenbach, Börtlingen, Dürnau, Eybach, Hattenhofen, Hohenstaufen, Kuchen, Lauterstein, Ottenbach, Reichenbach im Täle, Roßwälden, Wangen und Winzingen. Die Standorte Bodenfeld und Holzheim sowie Gruibingen und Wiesensteig werden zu Verbünden zusammengelegt. Alle Änderungen treten am 1. Juni in Kraft. Mittelfristig ist für die Göppinger Filialen Bodenfeld und Holzheim geplant, den Service und die Beratung an einem neuen Standort anzubieten.

Schlat wird seine Filiale komplett verlieren. Darüber zeigte sich Bürgermeisterin Gudrun Flogaus gestern überrascht. Sie hatte zwar schon Andeutungen gehört, war aber davon ausgegangen, dass wenigstens eine SB-Filiale erhalten bleibe: „Das ist jetzt natürlich unschön, das wusste ich nicht.“ Wobei die jetzige Filiale ohnehin schon reduzierte Öffnungszeiten habe und viele  Kunden ohnehin nach Ursenwang auswichen. Schlat hat dann ab Juni gar keine Bank mehr, die Volksbank hat sich aus dem Ort auch schon zurückgezogen.

Wangen hat hingegen eine Bank, die Raiffeisenbank Wangen. Dennoch findet Bürgermeister Troy Dutta die Entscheidung der Kreissparkasse, nur noch eine SB-Filiale aufrechtzuerhalten, „bedauerlich und traurig“. Für ihn ist klar: „Gerade für eine Gemeinde mit unserer Struktur ist jedes Dienstleistungsangebot vor Ort eine Bereicherung.“ Dutta will nun das Gespräch mit Verantwortlichen der Bank suchen und bedauert: „Das ist jetzt ein bisschen kurzfristig gekommen. Es ist schade, wenn eine Kreissparkasse, die auch einen kommunalen Auftrag hat, sich aus der Fläche zurückzieht.“


(Aktualisiert am 22. Ferbruar 2019 um 17.15 Uhr mit Reaktionen betroffener Bürgermeister.)

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