Nahverkehr Neue Debatte um die Boller Bahn

SPD und Junge Liberale im Kreis befürworten eine Reaktivierung der Voralbbahn.
SPD und Junge Liberale im Kreis befürworten eine Reaktivierung der Voralbbahn. © Foto: Giacinto Carlucci
Kreis Göppingen / Joa Schmid 05.05.2018

Der Vorstoß der beiden grünen Landtagsabgeordneten Andreas Schwarz und Alexander Maier für eine Reaktivierung der Voralbbahn  hat im Landkreis unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Mit Verwunderung hat die SPD-Kreistagsfraktion auf die Tatsache reagiert, dass die   Freien Wähler im Göppinger Kreistag eine Voruntersuchung zur Schienenverbindung Kirchheim-Göppingen beantragt haben. Einen entsprechenden Antrag, den die SPD-Fraktion bereits im November 2017 gestellt hatte,  hätten die Freien Wähler nicht vorbehaltlos unterstützt, berichtet die SPD-Fraktionschefin Susanne Widmaier.  Die Freien Wähler hätten damals  beantragt, die für eine Untersuchung benötigten  Haushaltsmittel mit einem Sperrvermerk zu versehen. Sie wollten eine Untersuchung des Verbands Region Stuttgart abwarten, so ihre damalige Begründung. Widmaier: „Mit Erstaunen stellen wir nun fest, dass die FWV-Kreistagsfraktion nun denselben Antrag wie die SPD Kreistagsfraktion stellt, allerdings ohne zu beantragen,  den Sperrvermerk wieder aufzuheben.“

Auch das Ziel der SPD sei es, das schienengebundene Angebot auszubauen und zu stärken. „Eine Bahnverbindung von Göppingen über Bad Boll bis Kirchheim zum S-Bahn-Anschluss, bis auf die Filder  zu Flughafen und Messe, ist unsere Vision für die Zukunft“, betont Widmann. Beispiel könne die Reaktivierung der Schönbuchbahn sein, deshalb sollte nach Meinung der SPD  die Reaktivierung der Boller Bahn geprüft werden.

Auch die Jungen Liberalen im Landkreis  machen sich für eine Wirtschaftlichkeitsstudie zur Wiederaufnahme des Personen- und Güterverkehrs auf der Voralbbahn  von Göppingen bis nach Bad Boll und von dort weiter bis über Weilheim und schließlich Kirchheim stark. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.  Eine solche Bahnlinie wäre nach Meinung der Julis ein guter Ansatz, die Verantwortlichen dazu zu bewegen, die S-Bahn im Landkreis Göppingen schneller anzugehen.

Auch besitze die Voralbbahn nach wie vor den Titel einer Eisenbahnlinie und wäre daher leichter zu aktivieren als andersherum. Zudem hätten sich die an der Trasse anliegenden Gemeinden für die Bahnlinie stark gemacht und Teile der Trasse gekauft.

Weiterer Vorteil nach Meinung der Julis: Das Projekt steht seit 2001 im Regionalverkehrswegeplan unter „Hoher Dringlichkeit“ und das Verkehrsministerium befürwortet es grundsätzlich auch.

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