Nicht Wettkampf, sondern Miteinander und Engagement für den guten Zweck standen im Vordergrund beim Rollstuhlrennen im Eislinger Eichenbach-Stadion, das die Pfadfinderschaft St. Georg und dem Kreisverein Leben mit Behinderung organisiert hatten. Mehrere Rollstuhlfahrer drehten am Samstag schon ab 12 Uhr ihre Runden im Stadion. Die Stimmung war gut, die neun Teams hochmotiviert.

Beifall brandete auf, als Benjamin Gorr von der Bezirksleitung der Pfadfinderschaft St. Georg zum Mikrofon griff. "Wir haben mittlerweile schon die Strecke nach München zusammen", sagte Gorr. Rund 220 Kilometer hatten die Rolli-Fahrer nach vier Stunden schon auf dem Tacho und sie fuhren weiter, unermüdlich.

Nach zwei erfolgreichen Benefizveranstaltungen war sechs Jahre lang Pause gewesen. "Es gab viele andere Projekte zu organisieren", sagte Gorr. Doch im vergangenen Jahr regten einige junge Männer, die bei den ersten beiden Rennen mit dabei waren an, eine Neuauflage ins Leben zu rufen. "Die Resonanz und Mitmachbereitschaft waren groß", meinte Gorr.

Neun Teams mit jeweils sieben bis zehn Teilnehmern gingen am Samstag an den Start. Menschen mit Handicap waren genauso dabei, wie Menschen ohne. "Das ist wahnsinnig anstrengend", meinte eine junge Frau schon nach ihrer ersten Runde im Rollstuhl. Manche spürten die Anstrengung schnell in den Armen, ein junger Mann rieb sich den Nacken. "Das zieht ganz schön", sagte er.

Wer grade nicht mit dem Rollstuhl rumkurvte, ruhte sich in den Mannschaftsquartieren entlang der Rundbahn aus. Die Wettkämpfer, die sich täglich im Rollstuhl fortbewegen, hatten klare Vorteile. "Ich fahre zehn Runden in der Zeit, die andere für eine brauchen", berichtete Thilo Schwendemann und schmunzelte.

Erstmals gab es auch Besucherrollstühle. Jeder, der wollte, konnte zusätzlich zu den Teams noch Kilometer machen. "Das wird gut genutzt", freute sich Gorr. Große Augen bekamen die Organisatoren bei der Frage eines Mannes, was denn eine Runde koste. "Er wollte zwei Runden fahren und hat 600 Euro gespendet", erzählte Benjamin Gorr begeistert. Drei große und viele kleinere Sponsoren waren mit dabei. Sie bezahlten pro gefahrenem Kilometer rund 2,50 Euro. Das so erfahrene Geld fließt in die Süßener Kerzenwerkstatt des Kreisvereins Leben mit Behinderung.

3331 Runden und 1332 Kilometer waren am Sonntag am Ende des Rennen erfahren worden. Nicht nur das Rolli-Rennen selbst, sondern auch das Rahmenprogramm war einen Besuch wert. Hüpfburg und Spielmobil für die Kleinen und jede Menge Musik für die Großen standen auf dem Programm, das Maultaschenfrühstück am Sonntag nicht zu vergessen.

Mit Rattatui, Lilly Nash, El Club Silencio, Honeymoon Lector und Fuuzgeil stellten gleich fünf Musikbands ihr Können in den Dienst der guten Sache, auch sie haben auf ihre Gage zugunsten des Benefizgedankens verzichtet und die gut 400 Besucher am Samstagabend gut unterhalten.