Das ist wirklich sehr schön gearbeitet.“ Biggi Adorff zeigt ein Armband aus Silber mit Verzierungen und bunten Schmucksteinen. Jeannette Schurr ist ganz begeistert von den Filztaschen, die in unterschiedlichen Designs und Farben am Verkaufsstand liegen. Die beiden Frauen sind ehrenamtliche Helferinnen beim Ebersbacher Nepalabend und verkaufen im Zelt vor dem Haus „Filsblick“ nepalesisches Kunsthandwerk. „Es stammt alles direkt vom Erzeuger, und der Erlös kommt auch direkt dort an“, versichern sie. Eine zierliche Dame in einer rot glitzernden Tunika kommt hinzu. Es ist Gerti May. „Das ist eine Kurta, eine nepalesische Festtagskleidung“, erklärt sie. „Im Alltag tragen sie die Einheimischen aus Baumwolle.“

Bunte Gebetsfahnen, Frauen in farbenprächtigen Kurtas, duftendes nepalesisches Essen auf den Tellern: Bei vielen Gästen wurden beim Nepal-Abend Erinnerungen an ihre eigenen Aufenthalte in dem asiatischen Land wach. Und wer noch nicht dort gewesen ist, dachte vielleicht zumindest darüber nach, einmal hinzureisen. Viele kennen sich, der Nepal-Abend findet jedes Jahr statt und ist auch ein bisschen gesellschaftliches Ereignis. Doch der Abend hatte auch eine sehr ernste Seite. Sie wurde sichtbar, als Vereinsgründerin Astrid Vöhringer und die beiden Volontäre Nina Köhler und Georg Mödinger von ihren jüngsten Besuchen in der Kathmandu-Region und im Himalaya berichteten.

Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt. Ein schweres Erdbeben im Jahr 2015 hat das Land in seiner Entwicklung um Jahrzehnte zurückgeworfen. Und die Schäden sind noch lange nicht repariert, wie die gezeigten Dias bewiesen. Astrid Vöhringer berichtete, dass der Verein dank seiner Spender eine zerstörte Schule in Kathmandu wieder aufbauen konnte. Die Arbeit des Vereins ist vielfältiger geworden, und alle Projekte wurden den 250 Besuchern im Haus Filsblick noch einmal vorgestellt. Erst vor wenigen Tagen hat die nepalesische Regierung das Schulprojekt in Yalbang im Distrikt Humla, einer entlegenen Gegend an der indisch-tibetischen Grenze, als „beste Schule des Landes“ ausgezeichnet. „Damit haben wir eine große Anerkennung für die viele Arbeit bekommen“, rief Astrid Vöhringer in ihrer ansteckend motivierenden Art, und es gab eine Menge Beifall dafür.

„Sie leisten Hilfe, die in vollem Umfang bei den Bedürftigen ankommt“, lobte Bürgermeister Eberhard Keller, und fügte hinzu: „Ein Erfolgsfaktor ist, dass Sie die Bevölkerung und die lokalen Akteure mit einbinden.“ Nina Köhler verbrachte vier­einhalb Monate als Volontärin in Nepal. Die 34-jährige Ebersbacherin ist Lehrerin und nutzte ein Sabbatjahr, um ehrenamtlich in dem Hilfsprojekt mitzuarbeiten. Sie unterrichtete an der High School in Dadhikot südöstlich von Kathmandu und half, den dortigen Kindergarten zu renovieren. „Man kann es kaum in Worte fassen, wieviel Dankbarkeit man zurückbekommt, trotz der schwierigen Umstände in denen die Menschen leben“, sagte sie.

Recht nachdenklich wurden die Besucher, als Bilder aus einem Behindertenheim in Kathmandu gezeigt wurden. Es ist in staatlicher Hand, eine örtliche Mitarbeiterin von Astrid Vöhringer bat um Hilfe, um mit einigen baulichen Verbesserungen die bedrückenden Zustände für die Menschen dort zu verbessern – was der Verein gerne tat.

Aus Humla – zwei bis drei Tagesmärsche vom nächsten Flughafen in Simikot entfernt – berichtete der zweite Volontär Georg Mödinger. Er schilderte die Fortschritte beim im Bau befindlichen Geburtshaus. Außerdem lotete er aus, welche Arbeitsmöglichkeiten es für künftige Volontäre gibt. Denn der Verein möchte auch künftig jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich vor Ort zu engagieren. In diesen Tagen bricht wieder eine Gruppe nach Nepal auf. Astrid Vöhringer ist auch mit dabei.

Was der Ebersbacher Verein schon bewirkt hat

Anfang Im Jahr 2000 gründete Astrid Vöhringer den Verein „Nepal Schulprojekt - Zukunft für Kinder“. Das Projekt startete mit einem Kindergarten für 26 Kinder von Teppichknüpfern in Nepal, die am Rande des Existenzminimums lebten.

Engagement Bis heute sind  zahlreiche Projekte entstanden und werden unterstützt: zwei staatliche Schulen mit Kindergärten und Schulbibliotheken sowie ein Gesundheitsposten in Dhadikot, eine staatliche Behindertenschule und ein Behindertenheim sowie eine Schule und ein Kloster in Kathmandu. Das Nepal-Schulprojekt ist Gründer und Unterstützer eines großen Bildungsprojekts in Humla, der nordwestlichsten Region und fördert außerdem die Aufforstung sowie die Kultur und Traditionen im Kathmandu-Tal.

Grundsatz Ziel der Arbeit ist eine nachhaltige Entwicklung in Nepal zu fördern nach dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Kontodaten Nepal Schulprojekt – Zukunft für Kinder, Spendenkonto: 458647507, Commerzbank AG, IBAN: DE 5461 1800 0404 5864 7507.