Sie kommt auf Touren - die Fasnet. Am Sonntag ist in Donzdorf wahrlich der Teufel los. Dann treiben Hexen, Geister, Waldschrate und andere wilde Gesellen in der beschaulichen Lautertalstadt ihr Unwesen, springen über Besen, stellen sich zu Menschenpyramiden auf, lassen Peitschen knallen, Rätschen knarren, schräge Musik ertönt und Groß und Klein werden geneckt.

Das Stelldichein der Maskenträger beginnt um 9.30 Uhr mit einer Narrenmesse in der Katholischen Kirche St. Martinus. Zum ersten Mal wird Pfarrer Carsten Wagner diesen besonderen Gottesdienst leiten, in dessen Mittelpunkt das Laienschauspiel um "David und Goliath" stehen wird.

Um 13 Uhr steht für die starken Männer der Zunftgruppe "Schlossgoischdr" ein besonderer Kraftakt bevor. Es gilt den Narrenbaum am Europaplatz vor dem Schloss mit Muskelkraft in die Senkrechte zu stemmen. "21 Meter ist der Baum in diesem Jahr hoch", verrät Zunftmeister Rainer Kiermeier. Es ist nicht nur die Länge des Baumes, die ihn extrem schwer macht, es sind vor allem die angebrachten Tafeln der Donzdorfer Zünfte und der mit zahlreichen Geschenken behangene Kranz. Wieder haben die örtlichen Betriebe mit Präsenten großzügig gespendet. Musikalisch umrahmt wird das Narrenbaumstellen von den schrägen Tönen der Stäära Gugga und der Noda Biagr.

Um 14 Uhr setzt sich dann der Umzug des Narrensprungs in Bewegung. Ausgehend vom Aufstellungsplatz im westlichen Schlosshof werden die wilden Gesellen mit lautem Getöse durch den Ort ziehen, vom Schloss über die Poststraße in die Schlossgartenstraße, weiter in die Friedhofstraße und wieder zum Schloss. "82 Gruppen haben sich angemeldet, davon 15 Musikgruppen", erzählt Heinz-Peter Roth, stellvertretender Zunftmeister der Donzdorfer Fleckle, unter deren Regie der mittlerweile 26. Narrensprung läuft.

An die 3000 Hästräger werden erwartet. "Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten süddeutschen Raum und nehmen Anfahrtszeit von zwei bis drei Stunden in Kauf, um dabei zu sein", erklärt Roth. Nach dem Umzug hat das wilde Narrentreiben längst noch kein Ende. Dann ist nämlich die Fasnetsparty rund um Schloss angesagt.