Schlat Hexen betrauern die Fasnet

Schlat / Celina Sautter 15.02.2018
Die „Streuobschdhexa“ aus Schlat haben am Mittwoch erstmals ihre Masken in einer Truhe verschlossen und damit die närrische Zeit beendet.

Für die „Schlater Streuobschdhexa“ ist es endlich soweit: Das Fasnetsbegräbnis und damit ihre erste eigene Veranstaltung als Verein lockt mehrere Schaulustige zum Schlater Dorfplatz. Als eine „etwas andere“ Narrenzunft, wie sie Zunftsmeister Markus Widenmeyer beschreibt, wollen sie die Fasnetszeit zu Grabe tragen.

Am frühen Abend laufen die Mitglieder in ihrem Häs die Jahnstraße hinunter zum Dorfplatz. „Wie ein kleiner Umzug“, sagt Widenmeyer. Zur Musik von den „Guggamusigg Rommdreibr“ aus Rechberghausen und mit Fakeln trägt die Zunft ihre Masken zu Grabe. Nach einer kleinen Anmoderation vom Zunftsmeister werden die Masken in einer Truhe verschlossen. Aber nur für diese Saison, denn für die nächsten Jahre sei einiges geplant: „Wir möchten uns natürlich immer weiter vergrößern und eine starke Zunft in Schlat aufbauen“, verrät Widenmeyer. Doch selbst in dieser Saison haben die Streuobschdhexa durch viel Mundpropaganda einiges erreicht. Viele Zünfte im Umkreis seien auf den Schlater Verein aufmerksam geworden. Was wohl am auffällig-bunten Häs liege, das sich schnell einpräge, meint der Zunftsmeister.

Neben Leberkäs und Schnitzelwecken bietet der Verein den Besuchern ihr „Hexabier“ an. Gemeinsam mit der Lammbrauerei Hilsenbeck aus Gruibingen kreierte die Zunft ein Bier mit eigenem Etikett. Das typische Schlater Obst und somit auch ein Merkmal des Häs’ der Hexen ist auf dem Bier wiederzufinden Die Streuobschdhexa scheuen nichts, um auf sich aufmerksam zu machen. Und das zahlt sich aus: Zunftsmeister Widenmeyer ist schon auf viel positive Resonanz gestoßen. Nicht nur die Schlater Bürger freuen sich über den Trubel im Dorf, auch die eigenen Mitglieder sind stolz auf ihren Verein. „Dafür, dass wir uns vorher untereinander kaum gekannt haben, sind wir echt schnell zusammen gewachsen – vor allem auch die Kinder“, sagt Mitglied Stefanie Bantel. Das bestätigt auch Nele Widenmeyer, eine der Jüngsten im Verein: „Das Gemeinschaftsgefühl unter uns ist einfach toll und ich finde es gut, dass ich nicht das einzige Kind unter uns bin.“ Der Zusammenhalt unter den Mitgliedern ist deutlich zu spüren. Und genau deshalb ist Markus Widenmeyer stolz auf seine einzigartige Truppe.

Wer sind die „Schlater Streuobschdhexa“?

Die Idee der Schlater Narrenzunft nahm beim letzten Apfelfeschd 2016 Gestalt an: Eine Interessengemeinschaft gründete sich. Schnell vergrößerte sich die Truppe, weshalb im Mai 2017 die offizielle Gründung als „1. Freie Narrenzunft Schlater Streu­obschdhexa“ folgte. Die Zunft ist ein eingetragener Verein.

Kennzeichen des Vereins ist die Familienfreundlichkeit – unter den 27 Hexen sind elf Kinder. Die „Streu­obschdhexa“ tragen aus Holz geschnitzte Masken mit einem Holz-Äpfelchen auf der Backe. Die Farben der Narrenzunft sind Gelb und Rot, die Schlater Wappenfarben, und Grün für die Stola, nach der Farbe der Blätter.