Amtseid Nägele gelobt mehr Bürgernähe

Blumen für Ehefrau Nadine und zwei Fläschchen Wein für den Bürgermeister: Stellvertreter Michael Lang (rechts) beglückwünscht Matthias Nägele zur Wiederwahl.
Blumen für Ehefrau Nadine und zwei Fläschchen Wein für den Bürgermeister: Stellvertreter Michael Lang (rechts) beglückwünscht Matthias Nägele zur Wiederwahl. © Foto: Thomas Hehn
Böhmenkirch / Thomas Hehn 04.05.2018
Matthias Nägele ist für seine zweite Amtszeit als Bürgermeister von Böhmenkirch verpflichtet. Bei der Feierstunde gab sich der nur knapp wiedergewählte Schultes auch selbstkritisch.

Herzliche Grußworte und viele Ehrengäste bildeten am Mittwoch den Rahmen für die Einsetzung von Bürgermeister Matthias Nägele. Der 36-Jährige tritt damit seine zweite Amtszeit in Böhmenkirch an.

Nachdem Nägele vor Stellvertreter Michael Lang seinen Amtseid geschworen hatte, blickte der alte und neue Bürgermeister in seiner Antrittsrede auf die Erfolge für die Gemeinde in den vergangen acht Jahren zurück. Nach schwierigem Beginn angesichts der 2010 herrschenden Wirtschaftskrise sei es nicht nur gelungen, insgesamt 1,9 Millionen Euro Schulden abzubauen, sondern auch die Entwicklung der Gemeinde weiter voranzutreiben. Als Beispiele nannte Nägele unter anderem neue Baugebiete, den barrieregerechten Umbau der Gemeindehäuser, die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und die Breitbandversorgung. Mit dem Ausbau der Betreuung in Kindergärten und Grundschule habe man ebenfalls „in die Zukunft unserer Gemeinde investiert“.

Das alles sei nur möglich gewesen dank der guten Zusammenarbeit mit Gemeinde- und Ortschaftsräten, Mitarbeitern der Gemeinde, Verantwortlichen in den verschiedenen Einrichtungen und nicht zuletzt den betroffenen Bürgern, betonte Nägele und warb dabei gleichzeitig um ebenso große Unterstützung bei den  „Herausforderungen in der Zukunft“. Der Bürgermeister zählt dazu den weiter steigenden Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen sowie den Ausbau der Ganztagesbetreuung auch an den Grundschulen. „Der Neubau des Feuerwehrmagazins wird uns ebenfalls intensiv fordern.“  Da die Plätze im neuen Baugebiet „Am Holderbusch“ schneller als geplant verkauft wurden und weiterer Bedarf bestehe, will Nägele jedes sich bietende Potenzial innerörtlich wie im Außenbereich ausschöpfen, um für die jüngeren Generationen attraktiv zu bleiben. Der weitere Ausbau der Breitbandversorgung bleibe ein wichtiges Thema, denn „der Bedarf an Bandbreite wird weiter zunehmen“. Schließlich sei auch die angestrebte Ortsumgehung ein wichtiges Thema. Ob Norden oder Süden müsse man mit den Bürgern diskutieren.

Nägele nutzte dieses Stichwort auch zur Selbstkritik. Auf sein schlechtes Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl anspielend (Nägele bekam am 25. Februar nur 52,54 Prozent) hat der Bürgermeister offensichtlich auch seine Lehren gezogen: „Wir müssen unsere Entscheidungen transparenter machen und mehr mit den Bürgern diskutieren“, räumte Nägele ein.

Dazu gehörten nicht nur häufigere Einwohnerversammlungen. Es gelte generell zu überlegen, „wie  wir Informationen zugänglich machen können“. Möglichkeiten böten Aushänge im Rathaus, Mitteilungsblatt, Ortstermine, spezielle Apps oder Zukunftsworkshops. „Die Interaktion mit den Bürgern ist ein wichtiger Baustein, damit unsere Entscheidungen auf Akzeptanz stoßen können“, betonte Nägele. In diesem Sinne bat der Bürgermeister, „unsere Zeit für sachliche und konstruktive Diskussionen zu nutzen“ und nicht für persönliche Animositäten, die durch Gerüchte, Halbwahrheiten, Neid und Missgunst geschürt, „uns die Freude an unserer Arbeit für unsere Gemeinde nehmen.“

Pfarrerin Gabriele Renz überbrachte die „ökumenischen Glück­wünsche“ der beiden  Kirchengemeinden. Auch im Namen von Pfarrer Michael Kenner wünschte Renz dem Bürgermeister Gottes Geleit und weiterhin „eine ganz gute Zusammenarbeit“ bei Kindergärten, Sozialstation und der Betreuung der Flüchtlinge am Ort. Die beiden Schulleiter Johannes Bartenbach und Simone Frank gaben Nägele ein Zitat Buddhas mit auf den Weg: „Wenn du wissen willst, wer du sein wirst, dann schau, was du tust.“

Im Anschluss gab es bei Häppchen, Sekt und Gesprächen in lockererer Runde die erste Gelegenheit für den Schultes, seine versprochene  Bürgernähe in die Tat umzusetzen.

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