Adelberg Nach Querschläger in Adelberg: Keine Strafe für Jäger

SUSANN SCHÖNFELDER 15.08.2013
Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen zwei Jäger eingestellt. Gegen sie war nach einem Querschläger bei einer Drückjagd ermittelt worden.

Es geschah am 15. November vergangenen Jahres: Bei einer Drückjagd auf Wildschweine bei einem Maisfeld an der Straße von Adelberg nach Oberberken wurde der BMW einer vorbeifahrenden Frau getroffen. Durch den Querschläger ging eine Scheibe des Autos kaputt, die Fahrerin erlitt einen Schock. Der Vorfall passierte im Revier von Kreisjägermeister Kurt Mürdter, der sich an diesem Herbsttag kurzfristig mit neun anderen Jägern zur Treibjagd getroffen hatte. Nach umfangreichen Ermittlungen und einem Gutachten des Landeskriminalamts kam die Göppinger Polizei zu dem Schluss, dass ein damals 50-jähriger Jäger den Schuss abgegeben haben soll. Ihm wurde ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen. Mürdter wiederum musste sich wegen Unterlassung verantworten - weil er die versammelten Jäger vor der Drückjagd nicht aufgeklärt habe, lautete der Vorwurf.

Der Fall landete bei der Staatsanwaltschaft Ulm, die die Akten nach knapp drei Monaten Ermittlungsarbeit jetzt geschlossen hat: "Das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt", sagte Ayfer Kaplan-Pirl, Pressesprecherin der Behörde. Die Ermittler hätten kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung gesehen. Zudem hätten die Jäger den Schaden an dem Auto, den der Querschläger verursacht hatte, vollständig beglichen, damit sei die Sache erledigt, so Kaplan-Pirl.

Wittlinger: "Das ist bedauerlich, dass solche Sachen passieren."

Kreisjägermeister Kurt Mürdter war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Sein Stellvertreter, Matthias Wittlinger, machte deutlich, dass er mit diesem Ausgang des Verfahrens gerechnet hat: "Es war klar, dass kein Verschulden vorlag." Von Anfang an waren Wittlinger, Mürdter und auch die Polizei davon ausgegangen, dass der Jäger keinen direkten Schuss auf das Auto abgegeben habe.

Wittlinger, im Hauptberuf Uhinger Bürgermeister, betonte einmal mehr, "dass der sichere Umgang mit Waffen ein selbstverständliches Anliegen der Jäger ist". Sie würden sehr gut geschult und immer wieder auf ihre Zuverlässigkeit hin geprüft. Ein Restrisiko bleibe jedoch: "Das ist bedauerlich, dass solche Sachen passieren. Aber Abpraller und Querschläger kommen leider immer wieder mal vor." Die Kreisjäger seien "auf einem ganz hohen Niveau beim Faktor Sicherheit unterwegs", daher habe man nach dem Unfall bei Adelberg auch nichts ändern oder verbessern müssen. "Wir weisen jedoch noch intensiver darauf hin", unterstrich Wittlinger.