A Capella Musikcocktail mit viel Humor

Die Chorreichen Sechs  überzeugen mit zusammen harmonierenden Stimmen.
Die Chorreichen Sechs überzeugen mit zusammen harmonierenden Stimmen. © Foto: Sabine Ackermann
Uhingen / Sabine Ackermann 23.07.2018
Auch nach 30 Jahren sind die „Chorreichen Sechs“ Garant für Können und gute Laune.

Trotz dunkler Wolken erst mal gut Wetter machen – charmant bedankt sich Peter Carle bei der Dorfgemeinschaft Nassachmühle, „dass sie das Wagnis eingegangen sind“. Doch die Organisatoren rund um Ortsvorsteher Albert Ortwein haben wohlweislich die „Open Air – Jubiläumssause“ ins Gemeindehaus verlegt.

„Jeder von uns durfte sich fünf Lieblingsstücke aus unserem Urprogramm aussuchen“, verrät Peter Carle augenzwinkernd. Er ist ganz offensichtlich der Redseligste in der ansonsten nur gesanglich vernehmbaren A-cappella-Gruppe. So präsentieren der Tenor, sein Bruder Bernd Carle als Bariton, die zwei weiteren Tenöre Rolf-Peter Kielkopf und Markus Mollenkopf sowie Gregor Kissling und Armin Walter als Bass, fast ausschließlich Altbewährtes. Freilich wie gewohnt – und mit viel Zwischenapplaus wertgeschätzt – auf humorvolle Art mehrstimmig aufbereitet.

Erfreut sich ein „Mädchen vom Lande“ während ihrer Fahrt auf dem „Highway to Hell“ an der „Slavonicka Polka“,  so stellt sie wenig später infiziert vom unschädlichen „Singsalabim“ beim „Libertango“ fest: „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und entscheidet sich schließlich in einer „Black Night“ nicht für den „Märchenprinz“, sondern für den „Soulman“. Tja, dann bekommt auch der Titel „Wunder gibt es immer wieder“ aus der musikalischen Ideenschmiede der „Chorreichen Sechs“ eine völlig skurrile Bedeutung.

„Kein Konzert ohne Medleys“, heißt es von der Bühne. Und in der Tat, seit ihrer Gründung am 12. August 1988 setzen die bodenständig gebliebenen Jungs ihre Kreativität zudem in Medleys sowie „Dudleys“ um – so bezeichnet Peter Carle einen Vortrag aus nur zwei Liedern.

Es gab Potpourris  von den Bee Gees, Oberkrainern oder, ganz neu, aus Star-Wars-Melodien. Mit die beste Mischung waren die ineinander verschmelzenden Stücke „Ring of Fire“, „Bonanza“ und „Ghostriders“. Anfangs noch im Frack, präsentiert sich das Sextett im Bühnenoutfit der vergangenen drei Jahrzehnte, wobei da alle dem Grundsatz „weniger ist mehr“ folgen. Reduziert bis auf ein halbes Dutzend Sonnenbrillen und Hüte, eine orangefarbene Spaßbrille sowie eine schwarze Federboa, geizen die „Chorreichen Sechs“ zum Glück nicht mit ihren schönen und wunderbar zusammen harmonierenden Stimmen.

Werden die mit dem Alter immer runder, reifer und besser, nagt an den kleinen Choreogra­fien mitunter der Zahn der Zeit. Rühmliche Ausnahme das grandiose Battle zwischen Peter Carle und Armin Walter: Minutenlang hielten die beiden Drummer mit ihrem „Luft-Schlagzeug“ die Zuschauer in Atem, das absolute Glanzlicht eines unterhaltsamen Abends.

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