Musik Musikalische Botschafter der Gemeinde

Der Ottenbacher Musikverein präsentierte bei seinem Festkonzert Vergnügliches für die Ohren.
Der Ottenbacher Musikverein präsentierte bei seinem Festkonzert Vergnügliches für die Ohren. © Foto: Lechner
Von Ulrike Luthmer-Lechner 02.07.2018

Sommernacht in Ottenbach. Zwar windig, aber in schöner Atmosphäre genoss das Publikum einen akustischen Ohrenschmaus mit Blasmusik auf hohem Niveau. Bevor Dirigentin Sina Fuchs den Taktstock hob und der Musikverein (MV) Ottenbach mit „Festivus Fanfare“ von Martin Scharnagl  zu einer musikalische Weltreise aufbrach, gab Bürgermeister Oliver Franz einen Abriss über die Vereinsgeschichte. In Etappen spannte er einen Bogen vom Gründungsjahr 1928 der „Musikkapelle Ottenbach“ genannten Formation, die sich im Gasthaus Lamm traf. „Die teuren Instrumente mussten selbst angeschafft werden, so brach man auf zur Bettelmusik“, erklärte Franz. Nach den Kriegswirren bot die Wirtschaftswunderzeit wieder mehr Zeit für Hobbys und im Ort wurde 1956 die Jugendkapelle gegründet. Als ehemaliger Jungmusiker  der ersten Stunde dabei ist Johannes Weber aus dem Teilort Kitzen. Der mittlerweile 78-Jährige blieb ein Leben lang „seinem“ inzwischen in „Musikverein Ottenbach“ umbenannten Orchester  treu und spielt noch immer mit Begeisterung. Für sein Engagement (über 5000 Probenstunden) überreichte ihm Rolf Steiner vom Blasmusik-Kreisverband Göppingen feierlich die Erich-Ganzenmüller-Medaille in Bronze des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg.

Bald schwungvoll, bald bedächtig und ergreifend präsentierte der MV Ottenbach mit modernen Blasmusikwerken  wie dem originellen „Claudius- der Wolkenmann“ von Timo Klaas oder der romantischen Sternen-Legende „The Seventh Night of July“ von Itaru Sakai  Vergnügliches für die Ohren. Hoch hinaus in Asiens eisige Höhen,  das Orchester bestieg mit einem einfühlsamen Intro den „Manga Parbat“. Musik ist völkerverbindend, so konnte BM Oliver Franz auch die eigens angereiste Delegation  des Partnerorchesters  aus Ottenbach in der Schweiz begrüßen. Nach der Pause schilderte er Höhen und Tiefen, aber auch amüsante Anekdoten aus dem Musikerleben im Tal der Liebe. „Früher war es unerwünscht, wenn ein Ottenbacher ein Hohenstaufener Mädle poussiert hat“.

Um 90 Jahre Revue passieren zu lassen, braucht es auch Zahlen:  „Seit 1928 gab es erst sieben Vereinsvorsitzende, davon leitete Anton Göttle am längsten die Vereinsgeschicke“.  Heute zählt der Verein rund 400 Mitglieder und über die Hälfte davon musiziert aktiv. „Der Musikverein ist ein guter und verlässlicher Partner bei allen Gelegenheiten“, lobte Franz. Inzwischen hatte sich die Musikkapelle (MK)  Hohenstaufen unter Leitung von Jürgen Merkle zum MV Ottenbach gesellt und gemeinsam reisten die rund 80 Musikerinnen und Musiker schwungvoll über die Alpen zum  „König der Löwen“ (Elton John) nach Afrika.  Bei „Nella fantasia“ des Erfolgskomponisten zahlreicher Italo-Western, Enjo Morricone, glänzte Lena Weber als Solistin am Saxophon. Vom Ausflug rund um die Welt landeten die Besucher sanft auf dem Kaiserberg, genauer  „In den Wurzwiesen“. Bei der flotten Polka  aus der Feder von Michael Kuhn, die  dem Vorsitzenden der MK Hohenstaufen Manfred Weinberger gewidmet wurde, klatschte das Publikum freudig mit. MVO-Vereinsvorsitzender Stephan Hähnle dankte abschließend allen ehrenamtlichen Helfern, den Akteuren und den angereisten Eidgenossen. Das Publikum forderte noch eine Zugabe und  das gelungene Festkonzert  konnte nicht schöner ausklingen, als mit dem Marsch „Wir in Ottenbach“ von Alexander Pfluger.

Medaille für besondere Verdienste um die Blasmusik

Auszeichnung Der Blasmusikverband Baden-Württemberg verleiht für besondere Verdienste um die Förderung oder Tätigkeit um die Belange der Blasmusik die Erich-Ganzenmüller-Medaille in drei Stufen. Der Politiker Erich Ganzenmüller war im Ehrenamt Präsident der Bundesvereinigung deutscher Blas- und Volksmusikverbände und starb im Alter von 69 Jahren 1983 in Schwäbisch Gmünd.

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