Mammutprojekt Musical Stonehenge: Schwerstarbeit für Kulissenbauer

Mit Eifer schneidern Jugendliche die Kostüme für das Musical „Stonehenge“.
Mit Eifer schneidern Jugendliche die Kostüme für das Musical „Stonehenge“. © Foto: Musekater
Göppingen / SWP 02.10.2017
Gut 350 Akteure spielen am 13. und 14. Oktober in der Göppinger EWS-Arena das Musical „Stonehenge“. Das bedeutet Schwerstarbeit für Bühnen- und Kulissenbauer.

Die Dimensionen sind gewaltig: Gut 350 Akteure spielen am 13. und 14. Oktober in der Göppinger EWS-Arena das Musical „Stonehenge“. Entsprechend dimensioniert sind Bühne und Kulisse. Im Zentrum steht der aus Holz nachgebaute berühmte Steinkreis aus der Jungsteinzeit.

Die Bühnen- und Kulissenbauer leisten derzeit Schwerstarbeit. Da die Hallenbühne als Spielfläche bei weitem nicht ausreicht, werden die Hälfte des Spielfeldes sowie zwei Tribünenblöcke links und rechts der Bühne mit benutzt. Florian Voigtländer, bei dem die Fäden des Kulissenbaus zusammenlaufen, ist froh, in der Firma Holzbau Straub in Wangen einen Partner gefunden zu haben. Dieser hilft nicht nur mit dem Material, sondern baut auch einen Teil der Kulissen und gibt dem 25-köpfigen Kulissenbau-Team wertvolle Tipps. Die können die Freizeithandwerker gut gebrauchen, denn die Ansprüche, die Musical-Initiatorin Annette Voigtländer an Bühne und Kulisse stellt, sind groß. Um entsprechende Effekte zu erreichen, sollen beispielsweise die drei Meter hohen Trilithen, die mit den Decksteinen den berühmten Steinkreis bilden, von der Rückseite her beleuchtet werden können. Auf der anderen Seite sollen die Steine aber auch drehbar sein, denn einmal soll das Publikum den Eindruck gewinnen, von außen auf den Steinkreis zu schauen, ein anderes Mal soll es sich in den Steinkreis versetzt fühlen.

300 Meter Holzbalken, 30 Quadratmeter Holzplatten, 60 Meter Elektroinstallationsrohre, zwei Rollen Drahtgeflecht, 17 Pakete Kleister und vier Körbe mit Zeitungen – die Zahlen sind beeindruckend. Seit Wochen zimmert das Team an der Kulisse und den Requisiten. Dazu zählt auch der große Drachen, dessen Kopf allein drei Meter misst und der einen 22 Meter langen Körper hat. 25 Akteure braucht es, um dem Fabelwesen Leben einzuhauchen. „Der Drachen soll auch noch Feuer spucken“, verrät Florian Voigtländer schmunzelnd. Hierzu will man zu einem Trick greifen, denn die Flammen wird man nicht durch das aus Pappmachée geformte Drachenmaul blasen können. „Das ist viel zu gefährlich“. Wie der Drachen dennoch Feuer spucken kann, verrät Voigtländer nicht. „Die Zuschauer sollen sich überraschen lassen.“

Ein Blickfang dürfte auch der große Baum werden, über acht Meter hoch und damit bis an die Decke der EWS-Arena reichend. Er bildet den Mittelpunkt der Anderswelt, in dem ein Teil des Musicals spielt.

Während die einen mit Hammer, Pinsel und Leim die Kulissen zusammenbauen, treffen sich regelmäßig bis zu 45 Musical-Begeisterte, um mit Schere, Nadel und Faden die Kostüme zuzuschneiden und zu nähen. Gut 450 Kostüme werden für „Stonehenge“ benötigt. Dabei kann das Team nur zum Teil auf den Fundus des Musicals „Barbarossa“ zurückgreifen, das vor einigen Jahr aufgeführt wurde. „Die meisten Kostüme werden speziell für ,Stonehenge‘ angefertigt.“ Annette Voigtländer, Initiatorin der Musical-Aufführung und im Hauptberuf Lehrerin am Freihof-Gymnasium, ist begeistert, mit welchem Eifer Schüler wie Eltern beim Schneidern bei der Sache sind. „Und da tauchen immer wieder neue Gesichter auf, die helfen wollen“. Weitere Helfer kann Annette Voigtländer immer brauchen, denn bei den Proben müssen die Akteure auch verpflegt werden. „Das Zusammenwirken aller begeistert und motiviert mich immer wieder aufs Neue“, so die Lehrerin, die sich schon durch  Musical-Inszenierungen wie „Barbarossa“ oder „Tam Lin“, oder bei den Sportschauen beim Maientag einen Namen gemacht hat.

„Stonehenge“ mit seinen 350 Akteuren sprengt jedoch den bisher gewohnten Rahmen. Die Mitwirkenden kommen unter anderem aus dem Freihof-Gymnasium, der Uhland-Grundschule und der Bodelschwinghschule in Göppingen, sowie aus der Grundschule in Holzhausen. Mit dabei sind aber auch Jugendliche aus Schulen in Eislingen, Deggingen, Geislingen, Albershausen und Bad Boll. Hinzu kommen zahlreiche Erwachsene aus dem ganzen Kreisgebiet, die  Hauptrollen im Musical übernehmen oder im Projektchor singen.

In „Stonehenge“, komponiert von Hans-Ulrich Pohl aus Heiningen, erzählt Autor Gunnar Kunz die Geschichte vom jungen Zauberer Merlin, den die Dorfbewohner für viele Unglücke verantwortlich machen. Er findet Zuflucht im magischen Steinkreis von Stonehenge. Dort wird er von wundersamen Wesen in die Anderswelt gezogen, wo er viele Abenteuer erlebt. Ob Merlin in der Anderswelt die blaue Blume findet und welche Herausforderungen er noch bestehen muss, können die Zuschauer in zwei Vorstellungen am 13. und 14. Oktober jeweils ab 19 Uhr in der EWS-Arena erleben.

Info Tickets gibt es bei der NWZ in der Rosenstraße 24 und beim i-Punkt im Rathaus sowie bei der Raiffeisenbank Wangen und deren Zweigstellen in Rechberghausen, Börtlingen und Holzhausen.

Zauberer Merlin und der Steinkreis

Stonehenge Gut 350 Mitwirkende aus dem ganzen Landkreis sind dabei, wenn das Musical „Stonehenge“ am 13. und 14. Oktober in der Göppinger EWS-Arena aufgeführt wird. Die Kulisse bildet der mysteriöse Steinkreis namens Stonehenge, mit dessen Bau wohl schon 8000 v. Chr. begonnen wurde. Hunderte Kinder und Jugendliche proben seit Monaten die vom Berliner Buchautor Gunnar Kunz erzählte Geschichte um Merlin als jungen Zauberlehrling, zu der  Hans-Ulrich Pohl die Musik geschrieben hat. Das Musical entführt die Zuschauer in die Zeit, als der Legende nach Zauberer Merlin in der Gegend um Stonehenge lebte.

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