Kuchen Mundartabend: Hannes von Boll scherzt im Wald

PJM 28.05.2014

Die Welt des Schwaben nahm Hans Ulrich Kauderer in der Veranstaltungsreihe "Kultur em Wald" im Kuchener Germania-Waldheim aufs Korn. Als Hannes von Boll bereitete er den gut 30 Besuchern einen amüsanten Mundart-Abend. Dafür sorgten vor allem Anekdoten unter dem Motto "Aus em Leba" aus seinem gleichnamigen Buch, das er ebenso wie seine neue CD in Kuchen vorstellte.

Vom Bankkaufmann zum Hotelier, aber auch zum Autor, Sänger, Kabarettist und Komponist reicht Kauderers Entwicklung. Mit scharfem Blick über allzu gängige Klischees hinweg und mit viel Humor gelang es Hans Ulrich Kauderer im Germania-Waldheim, längst Gesagtes über den Schwaben neu aufzubereiten. Schwäbische Kraftworte und die Beschreibung unterschiedlicher Typen fanden ebenso Anklang beim Publikum wie die Aufzählung von typischen Eigenarten des schwäbischen Volkes.

Mit Themen wie Kehrwoche oder nachbarschaftlicher Rasenmäher-Zweikampf führte der Entertainer ein in die Abgründe der schwäbischen Häuslesbesitzerseele. Auch kritische Facetten des Schwaben kamen zur Sprache, aber so humorvoll verpackt, dass man gut und gerne herzlich darüber lachen konnte.

"In vino veritas", zitierte Hannes von Boll und fragt sich: "Wenn doch im Wein Wahrheit liegt, warum trinket dLeut dann net mehr Württemberger . . .?". Vom "Viertelesschlotza" und vom "Besa" spricht der Hotelier in einem selbst komponierten Lied. Wenn er vom "Südweschda, dem Land dem Allerbeschda" singt, klingt dies wie eine Hymne auf sein Heimatland.

Hannes von Boll beschrieb auch den schwäbischen Pragmatismus und sorgte mit Aussagen wie "Liebe geht durch den Magen - aber auch ein bisschen durchs Grundbuch" für Heiterkeit. Mit einem Witz verabschiedete er sich, und im Waldheim setzte sich die schwäbische Geselligkeit fort, stilecht, bei Trollinger und Laugenbrezeln.