Normalerweise erhöht eine Gemeinde Gebühren, wenn die Einnahmen nicht reichen, um die Kosten zu decken. In Amstetten ist das etwas anders: Hier hat der Gemeinderat jetzt die Gebühren für Trinkwasser erhöht, weil er Gewinn machen will.

Der Erhöhung des Wasserpreises von 1,95 auf 2,05 Euro pro Kubikmeter liegt ein Beschluss des Gemeinderates vor einem Jahr zu Grunde: Am 17. Dezember 2018 entschied das Gremium, bei der Wasserversorgung eine sogenannte Konzessionsabgabe einzuführen. Bei Strom und Gas erhebt die Kommune von Albwerk und Energieversorgung Filstal (EVF) schon länger eine „Wegegebühr“ dafür, dass die Versorgungsunternehmen ihre Leitungen über Gemeindegrund führen dürfen. Ab 1. Januar zahlen nun die Bürger 10 Prozent des erwarteten Umsatzes dafür, dass die Wasserleitungen der Gemeinde über Gemeindegrund verlaufen.

60 000 Euro Überschuss durch Einnahme von Müllgebühren

Bei der Müllentsorgung sind in den vergangenen Jahren sogar Überschüsse in Höhe von rund 60 000 Euro aufgelaufen, welche die Gemeinde nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) eigentlich innerhalb von fünf Jahren wieder an die Haushalte zurückerstatten müsste. Kämmerer Karlheinz Beutel schlug dem Gemeinderat jetzt aber trotzdem eine Erhöhung vor. Hintergrund: Ab kommendem Jahr müssen die Kommunen deutlich mehr für die Entsorgung ihres Hausmülls zahlen. Der Zweckverband Thermische Abfallverwertung (TAD), der das Müllheizraftwerk im Ulmer Donautal betreibt, hat zum 1. Januar die Gebühr von bislang 137 Euro auf 165 Euro pro Tonne erhöht. Gleichzeitig steigt die Einwohnerpauschale von 7,40 auf 9,40 Euro. Die TAD begründet die Erhöhung mit anstehenden Investitionen. Unter anderem muss ein Müllbunker für 15 Millionen Euro erweitert werden.

Geislingen

Eine weitere Unwägbarkeit sieht der Kämmerer in der Umstellung der Grüngutentsorgung. Hier müsse man noch abwarten, wie sich der Betrieb des interkommunalen Sammelplatzes in Halzhausen durch den Maschinenring Ulm-Heidenheim auf die Kosten niederschlägt.

Müllgebühr in Amstetten wird um sechs Prozent erhöht

Für die Amstetter bedeutet das eine Erhöhung der bisherigen Gebühr um rund sechs Prozent. So kosten 18 Leerungen des am meisten genutzten 50-Liter-Eimers 110,60 statt bisher 104,76 Euro.

Im Gremium war man nicht begeistert. „Dass der Alb-Donau-Kreis die Gebühren gleich um 20 Prozent anhebt, ist doch relativ viel“, klagte Werner Meyer. „Ich weiß nicht, ob wir uns da nicht ins eigene Fleisch geschnitten haben, als wir die Müllentsorgung dem Landkreis übertrugen“, fürchtete Meyer.