Rechberghausen Momente des Glücks

Sabrina Wörner im Rathaus Rechberghausen: Ein träumerischer Zustand beim Malen ermöglicht den Kontakt mit Unbewusstem.
Sabrina Wörner im Rathaus Rechberghausen: Ein träumerischer Zustand beim Malen ermöglicht den Kontakt mit Unbewusstem. © Foto: Hans Steinherr
Rechberghausen / HANS STEINHERR 13.11.2014
Glück strahlt aus. Die gebürtige Gmünder Malerin Sabrina Wörner aus Köln und Zeist in den Niederlanden stellt im Rathaus Rechberghausen "Glücksmomente" aus. Bilder mit überschäumender Strahlkraft.

Was braucht es, um Glück zu finden? Die gebürtige Schwäbisch Gmünder Malerin Sabrina Wörner, die in England aufwuchs, 22 Jahre in Amsterdam lebte und heute ein Atelier in Köln und ein zweites in Zeist in den Niederlanden betreibt, hat ihren Weg gefunden - so scheint es -, Glück zu generieren. Sie sammelt Pflanzliches, sucht die Begegnung mit Mensch und Tier. Das Gefundene und dabei Erfahrene ist Inspiration und liefert ihr genug Anlass, Bilder zu malen. "Dabei bleibe ich sehr nah am Erlebten und Gesehenen", sagt sie. "Ein träumerischer Zustand beim Malen ermöglicht den Kontakt mit Unbewusstem und öffnet den Zugang zur Glückssuche."

Ist Glück nur ein Traum? Sabrina Wörner sucht mit dem Pinsel und findet (ihr) Glück beim Malen. "Glücksmomente" heißt ihre Ausstellung, die derzeit im Rathaus Rechberghausen zu sehen ist. Großes und kleines Glück springt dem Besucher entgegen, zieht ihn unweigerlich in seinen Bann. Unmittelbar nebeneinander, aber ohne Hierarchie. Das "kleine" Glück heißt bei Wörner "Close", ist gerade mal 20 mal 20 Zentimeter klein, das "große" Glück nennt sie "Great Fruits" und ist zwei Meter mal 3,70 Meter groß. Die Bilder schäumen über vor Licht und Farbe und sind übersät mit paradiesisch anmutender Flora und Fauna. Schnell und hastig gemalt, um ja viel davon erhaschen und festhalten zu können. Glück lässt sich nicht fassen, ist flüchtig. Kaum dass es gelingt, es zu begreifen, geschweige denn in einen festen Rahmen zu zwängen. "Meine Themen", erklärt Sabrina Wörner, "sind Entwicklungsprozesse - von Transformation, Anpassung, Veränderung". Und: "Bei so viel Bewegung schaue ich aufs Kleine, Intime." Wörners Bilder sind wie der Blick durchs Schlüsselloch jener Tür, die den Zugang zum Garten Eden versperrt. Berauschend und betörend. Nie das Ganze erfassend, aber immer wieder neu bruchstückhaft magische und unterschiedlich große Ausschnitte eröffnend. Glück steckt im unscheinbaren Löwenzahn, den Wörner zum "Golden Glory" hochstilisiert, in entlegenen Winkeln laufen sich Fuchs (bei Wörner Coyote) und Hase über den Weg. Wer Wörners Bilder nicht emotional, sondern nur rational auf sich wirken lässt, verweigert sich davor, erahnen zu können, was Glück sein kann.

Info Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 8-12 Uhr, Mo. bis So. 14-16.30 Uhr (bis 16. November)