Mühlhausen Modifizierter Seitenwindschutz könnte Lärm auf Filstalbrücke mindern

Mühlhausen / THOMAS HEHN 14.07.2015
Der Lärmschutz auf der Filstalbrücke der ICE-Trasse lässt sich relativ einfach verbessern: Aufgeraute Innenflächen des Seitenwindschutzes schlucken den Schall. Offenbar gibt es diese Pläne schon länger.

Beim Besuch von Verkehrsminister Winfried Hermann vor vier Wochen in Mühlhausen kam es erstmals öffentlich zur Sprache: Bahnprojektleiter Matthias Breidenstein deutete bei der Besichtigung der Baustelle für die Filstalbrücke der Schnellbahntrasse an, dass man den Lärmschutz auf der Brücke mit relativ einfachen Mitteln verbessern könne. "Da gibt es Überlegungen ...", deutete Breidenstein an, als sich der Verkehrsminister wunderte, warum auf der Brücke "überhaupt kein Lärmschutz vorgesehen ist?" Die gesetzlich vorgeschriebenen Schallschutzwerte würden auch ohne zusätzliche Maßnahmen eingehalten, hatte Breidenstein daraufhin betont.

Inzwischen scheint Bewegung zu kommen in das "elementare Thema für die Bevölkerung hier", wie Mühlhausens Bürgermeister Bernd Schaefer bei dem Ortstermin mit dem Minister unterstrichen hatte. So hat die mit dem Bau der Brücke beauftragte Firma Bögl gegenüber unserer Zeitung bestätigt, dass die Bahn Voruntersuchungen zur möglichen Verbesserung des Lärmschutzes in Auftrag gegeben habe. "Wir prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, mit welchem Aufwand das verbunden ist und was es letztendlich kostet", erläuterte Bögl-Projektleiter Reinhard Plank. Unter anderem soll untersucht werden, ob man den Lärm mindern kann, wenn die Innenseite der 1,50 Meter hohen Seitenwindschutzwände auf der Brücke mit einer absorbierenden Oberfläche ausgestattet werden. Eine Möglichkeit wäre, die normalerweise glatte Oberfläche der Fertigteile aus Beton aufzurauen. In vier bis sechs Wochen will die Firma Bögl der Bahn erste Ergebnisse vorlegen.

Die Bahn bestätigt eine entsprechende Anfrage bei der Firma Bögl. Mehr aber auch nicht. Bahn und Auftragnehmer befänden sich "allenfalls in Überlegungen" zu weiterführenden Maßnahmen, die schallhemmende Wirkung haben könnten. Im Übrigen verweist der Pressesprecher darauf, dass die Bahn aufgrund des aktuellen Immissionsschutzgesetzes keine Schallschutzmaßnahmen auf der Brücke erforderlich sind. Das habe schon die Planfeststellung bestätigt.

Unseren Recherchen zufolge sind diese ja schon von Projektleiter Breidenstein erwähnten "Überlegungen" schon recht konkret - und vor allem gar nicht so neu. Darauf deutet ein Schreiben des Innenministeriums vom 13. Januar 2009 hin: Schon damals verweist das Ministerium auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Peter Hofelich (SPD) und Werner Wölfle (Grüne) zum Lärmschutz darauf, dass "ein positiver Nebeneffekt der Seitenwände, die mit einer absorbierenden Oberfläche ausgerüstet werden, deren lärmmindernde Wirkung ist."

Das wiederum überrascht Mühlhausens Bürgermeister Bernd Schaefer: "Da kann der Herr Breidenstein ja leicht Versprechungen machen, wann das eh schon alles so geplant war."

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