Geschäftsidee Mixvergnügen im Doppelpack

Andreas Tramacere (links) und Frank Ziegelmeyer betreiben nebenberuflich eine mobile Cocktailbar. Im Hauptberuf arbeiten sie im öffentlichen Dienst.
Andreas Tramacere (links) und Frank Ziegelmeyer betreiben nebenberuflich eine mobile Cocktailbar. Im Hauptberuf arbeiten sie im öffentlichen Dienst. © Foto: Privat
Peter Buyer 29.12.2017
Andreas Tramacere und Frank Ziegelmeyer betreiben eine mobile Cocktailbar.

Am Anfang war der Munich Mule. Munich was? Mule. Ein Cocktail: Gin, Limettensaft, Ingwerbier und Gurke. Auf Eis. Andreas Tramacere aus Salach und Frank Ziegelmeyer aus Süßen mixen sowas. Die beiden Barkeeper betreiben die „Unvergessbar“. Mit ihrer mobilen Bar tauchen sie immer da auf, wo Cocktails verlangt werden. Pressen, schnippeln, mixen, schütteln und – Prost.

Die beiden servieren aber nicht nur, sie genießen auch selbst. Wie an dem Abend vor ein paar Jahren. Für einen Freund haben sie auf dessen Hochzeit Cocktails gemixt. Die Gäste wollen mehr, nicht nur Munich Mule oder dessen berühmten Bruder Moscow Mule. Sie wollen Tramacere und Ziegelmeyer. Von der Bar weg für die nächste Veranstaltung buchen. Die beiden winken ab, mixen weiter bis sie ihre Bar schließen. Es ist spät, die beiden hocken bei einem Munich Mule zusammen. Plötzlich ist die Idee da: Wir machen das nebenberuflich.

Acht Wochen nach dem Mule hat ihr Dienstherr die nebenberufliche Tätigkeit genehmigt und die „Unvergessbar“ ist eingetragen. Anfangs mixen sie einmal im Monat im „Mauerwerk“ in Süßen. Dann bei Firmenfesten, auf Hochzeiten, bei einem Golfturnier, auf dem Herbstmarkt in Salach, in einer Werkstatt und im Wohnzimmer als Überraschung für ein 30-jähriges Geburtstagskind. Auch für richtige Kinder oder Menschen, die keinen Alkohol trinken und es trotzdem lecker haben möchten, gibt es etwas: Den Save Driver zum Beispiel. Ananas-, Orangen-, Limetten- und Zitronensaft, dazu etwas Grenadine „für die Farbe“.

Spirituosen, Säfte, Obst, Gläser und die Bar bringen die beiden Barkeeper mit. Einmal aufgebaut, steht Moscow und Munich Mule in Süßen, Salach und drumherum nichts mehr im Wege. Die Unvergessbar-Macher mögen es im Glas international, ansonsten gerne regional, wollen vor allem für Leute von hier mixen. Für mehr ist auch kaum Zeit, denn die Unvergessbar betreiben sie nebenberuflich, tagsüber sind sie schließlich im Dienst, im öffentlichen.

Auch kennengelernt haben sie sich dort, bei der Arbeit. Schnell stellten sie fest, dass sie ihre Leidenschaft für Cocktails teilen. Andreas Tramacere hatte schon als Student hinter der Theke in Ulm Erfahrung gesammelt. „Montags war Caipi-Tag.“ Caipirinha mixt er heute noch im Schlaf: Cachaca, also Zuckerrohrschnaps, Limetten, brauner Zucker, Eis. Auch Frank Ziegelmeyer mixte „auf Partys“, hatte „ein paar Cocktail-Bücher im Regal“ und schaute auf Youtube Barkeepern beim Mixen zu. Trotzdem ging es ins Trainingslager an Tramaceres Ess­tisch. Darauf standen alle Wassergläser des Hauses nebeneinander, Ziegelmeyer musste in alle exakt die gleiche Menge Gin, Wodka und Co. gießen. Hat etwas gedauert, was aus den Glasinhalten geworden ist, ist bis heute unklar. „Wichtig ist, dass das Mischverhältnis stimmt“, sagt Tramacere, und dass die Cocktails gut schmecken.

Wer die Unvergessbar bucht, bekommt immer einen doppelten Barkeeper. „Nur dann sind wir schnell genug und verhindern, dass die Gäste lange warten müssen.“ Oft ist die Bar das Highlight des Abends oder der Party. „Da ist am Anfang ganz schön was los“, sagt Tramacere. Er kennt die Wirkung seiner Kunst genau: „Wein macht müde, Bier auch. Cocktails erfrischen, der Alkohol wirkt schleichend. Irgendwann kommt das Rotbäckchen-Syndrom, das finden die meisten ganz angenehm.“ Natürlich gilt auch bei Munich Mule oder Gin Tonic, der an der „Unvergessbar“ mit roten Pfefferkörnern und Rosmarinzweig serviert wird: weniger ist mehr. „Nach dem Essen zwei Stunden die Bar auf, das reicht“, sagt Tramacere. „Dann bleibt es etwas Besonderes.“

Nach dem Cocktail heißt es „bitte lächeln“

Auf Wunsch bringen Tramacere und Ziegelmeyer ihre selbstgebaute Fotobox mit. Damit können sich Party- oder Veranstaltungsgäste selbst fotografieren und das Foto - mit Firmen- oder Namensaufdruck - gleich mitnehmen. Für ein gutes Foto gehen die beiden auch in die Luft. Mit ihrer Fotodrohne machen sie Luftbilder von den Hochzeitsgästen, die dann am Cocktail nuckelnd nach oben schauen.