Musik Mitsing-Abend liefert Gassenhauer

Die Blaubeurer Band „Feschtagsmusik“ rief beim zweiten Eislinger Mitsing-Abend im Adler zu gesanglichen Höhenflügen auf.
Die Blaubeurer Band „Feschtagsmusik“ rief beim zweiten Eislinger Mitsing-Abend im Adler zu gesanglichen Höhenflügen auf. © Foto: Giacinto Carlucci
Eislingen / Maximilian Haller 03.09.2018

Bella Ciao“ hatte das Rennen am Ende dann doch nicht gemacht. Lange Zeit sah es danach aus, als sei das alte italienische Partisanenlied Lieblingssong der Eislinger. Online konnte abgestimmt werden, welche Lieder am Wochenende im Adler gehört werden wollten – und auch mitgesungen werden sollten.

Bereits zum zweiten Mal lud die Eislinger Kultkneipe zum großen Mitsing-Abend ein. Die Blaubeurer Band „Feschtagsmusik“ spielte die 30 Songs, die im Vorfeld am meisten Stimmen bekommen hatten. Das Publikum bekam Liederbücher ausgeteilt und wurde ausdrücklich zum Mitsingen aufgerufen.

„Gut, wieder hier zu sein“ von Hannes Wader machte den Anfang. Ganz warm war das Publikum anfangs noch nicht. „Das läuft aber noch nicht so“, stellte eine Besucherin lachend fest.

Als „Feschtagsmusik“ dann Rio Reisers „König von Deutschland“ schmetterte, kam langsam Stimmung auf: Es wurde gesungen, im Rhythmus geklatscht, der ein oder andere wippte sogar im Takt hin und her. Die Band freute sich. Sängerin Marion Lüer sagte: „Da sind so viele laute, sangeskräftige Leute hier, das macht richtig Spaß mit euch.“

Was folgte, war eine musikalische Weltreise durch die Jahrzehnte. Zusammen mit „Feschtagsmusik“ spazierte das Publikum über die Champs-Élysées, stand sich im Sperrbezirk die Füße platt und fuhr über die „Country Roads“ Richtung Heimat. Neben Gassenhauern und Evergreens wurden an diesem Abend auch hin und wieder sanftere Töne angeschlagen. „Schon so lang“ und „Wonderful Tonight“ taten der heiteren Stimmung jedoch keinen Abbruch.

Weil „Feschtagsmusik“ besonders viel Spaß hatte, schummelte die Band laut eigener Aussage ein bisschen und spielte auch Lieder, die es nicht unter die Top 30 geschafft hatten. Ein Glück, denn sonst wäre dem Publikum Diana Jungs donnernde Dudelsack-Darbietung von „Drunken Sailor“ entgangen.

Der Mitsing-Abend ist auf dem besten Weg, Tradition in Eislingen zu werden. Vor zwei Jahren hatte SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier das Event ins Adler gebracht. „Ich würde gern in einem Chor singen“, erzählte Breymaier, doch zeitlich sei das eher schwer für sie zu organisieren. Ein solcher Mitsing-Abend bringe Leute zusammen, denen es ähnlich gehe. Dabei entstehe eine tolle Gemeinschaft, fand die SPD-Landesvorsitzende. „Ich genieße so einen Abend sehr.“ Als dann endlich „Bella Ciao“ an der Reihe war, griff Breymaier auch selbst einmal zum Mikrofon und zeigte ihre Gesangskünste – das sei inzwischen fast schon eine kleine Tradition, wie sie erklärte.

Auch Tina und Salvatore D’Onofrio, die Besitzer des Adlers, waren vom dem Abend erneut begeistert. „Es ist ein gemeinschaftliches Singen, nicht wie im Karaoke“, sagte Tina D’Onofrio über den Reiz der Veranstaltung. Es werde niemand vorgeführt. „Das nacht die Menschen einfach froh.“

Dass das Gemeinschaftssingen bei den Eislingern sehr gut ankommt, hatten die Wirtsleute auch an den Reservierungen gemerkt. 20 bis 30 Gästen habe sie im Vorfeld absagen müssen, berichtete D’Onofrio. Das Feedback sei sehr gut gewesen, „einmalig“ nannte das Publikum den Abend. Nächstes Jahr, so die Gastwirtin, seien sie sofort wieder dabei.

„Haus- und Hofkapelle des Widerstands“

Mitglieder „Feschtagsmusik“, das sind Marion Lüer (Gitarre, Percussions, Gesang), Diana Jung (Akkordeon, Flöten, Ukulele, Dudelsack, Gesang), Bernd „Stax“ Stegmaier (Bass, Stomp, Gesang), „Hasi“ Fischer (Percussions, Walk Acts) und Hans „Festl“ Wild (Gitarre, Harfe, Triangel, Gesang).

Kontakt Die einzelnen Band-Mitglieder sind zu erreichen unter saeno@gmx.de (Diana Jung), marion@lueer.net (Marion Lüer), feschtagsmusik@hans-wild.de (Hans Wild) und BStegmaier@gmx.de (Bernd Stegmaier). Stegmaier ist auch unter der Tel. (07348) 21855 erreichbar.

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