Gammelshausen Mit Tempo 70 an der Steige wird es nichts

Einiges in Bewegung: Verkehrsschau in der Gammelshäuser Ortsdurchfahrt. Vorne deren Leiter Karl Moser, rechts Bürgermeister Daniel Kohl.
Einiges in Bewegung: Verkehrsschau in der Gammelshäuser Ortsdurchfahrt. Vorne deren Leiter Karl Moser, rechts Bürgermeister Daniel Kohl. © Foto: Jürgen Schäfer
JÜRGEN SCHÄFER 20.05.2014
Mit Tempo 70 an der Gammelshäuser Steige wird es nichts. Die Verkehrsschau-Kommission sieht dafür keine Begründung. Erfolg hat die Gemeinde dagegen mit Verbesserungen in der Ortsdurchfahrt.

Die Statistik: Seit Anfang 2011 gab es an der Gammelshäuser Steige "erwartungsgemäß" Unfälle, so der Verkehrssachverständige der Polizei, Reimund Vater. Aber die hätten sich in den Kehren ereignet, wo Tempo 70 keine Rolle spiele. Zwei auch auf dem letzten Stück nach Gammelshausen, wo bergabwärts schon Tempo 70 gilt. In einem Fall war Alkohol im Spiel, berichtete Vater.

Mit mangelnder Sicherheit sei Tempo 70 also nicht zu begründen, erklärte Verkehrsschau-Leiter Karl Moser - abgesehen davon, dass man dort kaum schneller fahren könne. Die Kommission habe das bergabwärts gar nicht geschafft. Unerheblich sei eine Reihe von landwirtschaftlichen Ausfahrten an den Serpentinen, auf die Bürgermeister Daniel Kohl hinwies. "Die gibt es anderswo auch", winkt Moser ab. Kommissionsmitglied Walter Mann, der die Strecke bestens kennt, hat dort noch selten jemand abbiegen sehen.

Der Gemeinde gehe es auch um anderes, weiß Moser: um den Lärm von der Steige, den Gammelshausen mit einem Tempolimit dämpfen wolle. Das sei verkehrsrechtlich nicht von Belang. Allerdings habe die Gemeinde neuerdings Chancen, wenn sie einen Lärmaktionsplan aufstelle und die nötige Belastung vorweisen könne. Was Kohl auch als "nächsten Schritt" ankündigt.

Gammelshausen hat noch anderes im Köcher: eine Tempobremse mittels Verschwenkung am Ortseingang von der Steige herunter. Das schwebt dem Gemeinderat vor. Planer Manfred Mezger denkt an eine Teilung der Fahrspuren um eine Mittelinsel. Die Verkehrsschau hat keine Einwände. "Das funktioniert", sagt Moser, schränkt aber ein: Man könne nicht vorhersagen, ob die Fahrer nach der Verschwenkung wieder Gas geben. Das hänge ganz von der örtlichen Situation ab. Er merkt auch an, dass ein Starenkasten denselben Effekt erziele.

An der Einmündung Fuchseckstraße soll die Schussstrecke verschmälert werden. Grünes Licht gab die Verkehrsschau für ein Provisorium mit viertel- bis halbjährigem Testlauf. Bergaufwärts soll die Straße mit einem Grünstreifen von derzeit über sieben auf 6,50 Meter Breite verengt werden, auf der Gegenseite soll sich die Einmündung bergabwärts durch einen Gehweg in den Straßenraum schieben.

Klagen gibt es schon länger über das Parken im Mittelstück der Ortsdurchfahrt - jetzt kommt ein absolutes Halteverbot auf etwa 100 Metern Länge hangaufwärts vor der Einmündung Kirchstraße. Moser und Mann konnten aus eigener Kenntnis bestätigen, dass parkende Fahrzeuge in der dortigen Kurve den Verkehr ungut bremsen. "Wenn da ein Bus dran vorbeizieht, muss der Gegenverkehr in die Eisen steigen, und zwar heftig", sagt Mann.