Auf der Leinwand ist ein Fußballer zu sehen, ein Schwimmer, ein Radfahrer und ganz groß: Ein Boxer mit Sixpack. Sechs junge Künstler der Kreativwerkstatt der Lebenshilfe haben extra für die Benefizveranstaltung im Uhinger Uditorium ein großes Gemälde gemalt, das am Ende des Abends auf amerikanische Art versteigert werden sollte - in zehn Euro Schritten, wer den letzten Schein bot, durfte das Bild mit nach Hause nehmen.

Der Erlös kommt der Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung (SAB) zu Gute. Die Initiative setzt sich unter der Leitung von Karin Woyta für langzeitarbeitslose Menschen ein, die "nicht keine Arbeit finden wollen, sondern nicht können", betont Woyta. Die Spenden, die vorab überwiesen wurden und am Abend der Benefizveranstaltung eingingen, sollen "neue Spielräume für die Arbeit der SAB eröffnen", erklärt Heike Baehrens. Die Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Göppingen hat den Abend initiiert. Trotz ihres 60. Geburtstags, der am gleichen Tag stattfand. Die Veranstaltung sollte nach Heike Baehrens Wunsch dennoch ganz im Zeichen der Inklusion stehen. Dass Sport dabei eine wichtige Rolle spielen kann, da waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig. "Sport treibt man einfach ganz selbstverständlich miteinander", sagte Heike Baehrens und bekam dabei Zuspruch von ihren sportlichen Gästen: So saßen die zwölffache Paralympics-Siegerin im Skilanglauf und Biathlon, Verena Bentele, und Profiboxer im Cruiser-Gewicht, Firat Arslan, mit auf der Bühne, um Meinungen zum Thema "Sport verbindet" auszutauschen. Politische Unterstützung gab es dabei nicht nur von Verena Bentele, die heute Behindertenbeauftragte der Bundesregierung ist, sondern auch von Kultus- und Sportminister Andreas Stoch. Sport, als Instrument gegen Ausgrenzung, das Potenzial sahen alle Gäste. Deshalb war man sich auch einig, dass sowohl eine Inklusion behinderter Menschen in das sportliche Vereinsleben notwendig sei und dennoch explizite Behindertensportgemeinschaften gegründet werden müssten. "Das eine schließt das andere ja nicht aus", fasste Andreas Stoch zusammen. Vielfalt sowie ein Wunsch und Wahlrecht sei wichtig.

Verena Bentele, die selbst von Geburt an blind ist und dennoch zahlreiche Erfolge im Sport verbuchen konnte, sah auch Verbesserungsbedarf in der finanziellen Förderung von Rahmenbedingungen für behinderte Menschen: "Ein wichtiges Projekt ist, dass die Menschen mehr Einkommen behalten dürfen, um auch die Fahrt zum Sport oder einen Trainingsanzug bezahlen zu können."

Für das Gemälde gingen am Ende stolze sechshundert Euro ein. Eine der Künstlerinnen selbst hatte als Letzte mit ihrem Zehneuroschein gewunken und durfte das Bild mitnehmen.