Gruibingen Mit dem Holzflieger in die Lüfte

Das vom Aero-Club Göppingen-Salach veranstaltete Holzfliegertreffen auf dem Gruibinger Nortel bot für die Piloten reichlich Gelegenheit, sich über ihre Schätze auszutauschen.
Das vom Aero-Club Göppingen-Salach veranstaltete Holzfliegertreffen auf dem Gruibinger Nortel bot für die Piloten reichlich Gelegenheit, sich über ihre Schätze auszutauschen. © Foto: Ruoss
Gruibingen / Von Iris Ruoss 02.07.2018
Das Holzfliegertreffen auf dem Gruibinger Nortel ist schon eine Tradition. Jedes Jahr kommen die Piloten mit ihren Oldtimern zu Besuch zum Aero-Club Göppingen-Salach.

Die Flugtage des Aero-Clubs im Herbst sind jedes Jahr Publikumsmagnete, zu den Holzfliegertreffen kommen deutlich weniger Interessierte und es ging am Wochenende auch eher beschaulich her auf dem Fluggelände auf dem Gruibinger Nortel. Zu sehen gab es dennoch so einiges. „15 Piloten sind mit ihren Maschinen zu Gast“, erzählt Rolf Braun, Organisator des Holzfliegertreffens, der bis vor einigen Jahren noch ein altes Flugzeug sein Eigen nannte und begeisterter Flieger und Fan der alten Maschinen ist. Die meisten Piloten sind mit ihren Flugzeugen aus dem süddeutschen Raum eingeflogen und haben auch übernachtet.

Am Samstag gab es viele Winden- und Flugzeugschleppstarts und Flüge zu sehen, gestern war die Wetterlage durch den starken Wind eher schwierig für die passionierten Flieger. Schon in der Nacht zum Sonntag musste angepackt werden. „Wir haben noch Flugzeuge in die Anhänger geräumt, andere gut befestigt“, erzählt Rainer Strobel, der stolz seinen 55 Jahre alten Zugvogel 3 zeigt. Der Pilot aus Schwäbisch Hall ist stolz auf sein altes Schätzchen. „Zur Bauzeit war die Maschine ein Hochleistungsflugzeug“, sagt er. Rund 250 Kilo bringt das Holzflugzeug auf die Waage und ist damit wesentlich leichter als die modernen Kunststoffflieger, die Spannweite ist mit 17 Metern ganz beachtlich und der Zugvogel 3 war eines der ersten Flugzeuge mit Liegesitzposition. „Reinsetzen und wohl fühlen“, lacht Strobel. Einige der Holzflugzeuge sind sogar als bewegliches Denkmal registriert. Eine Maschine vom Typ „Weihe“, die ihren Ursprung schon 1936 hat, in den 50-er Jahren          gebaut und wieder liebevoll restauriert wurde, gehört zu den Lieblingen von Rolf Braun. Den Reiz der Holzflieger beschreibt Braun ganz einfach: „Man kann noch sehr viel selbst machen, die Flugzeuge schrauben sich bei guter Thermik sehr hoch, weil sie leichter  sind, als die heutigen Kunststoffmodelle.“

Für den Bau der Holzflieger wurde ehemals meistens Nordische Kiefer verwendet oder Vielschichtbuche, die Beplankung bestand aus Birkensperrholz. Auch die Bespannung kennt Braun:“ Baumwolltuch mit anschließender Lackierung.“ Das schöne am beschaulichen Holzfliegertreffen ist, dass man mit den Piloten direkt in Kontakt treten und seine Fragen loswerden kann. Sie zeigen ihre Schätzchen mit Stolz und erzählen gerne die ein oder andere Geschichte aus ihrem Fliegerleben.

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