Begegnung Mit Bürgerdialog ins neue Jahr

Die „Gernsinger“ umrahmten den Bürgerempfang in Birenbach musikalisch.
Die „Gernsinger“ umrahmten den Bürgerempfang in Birenbach musikalisch. © Foto: Werner Schmidt
Birenbach / Werner Schmidt 10.01.2018

„Ein Jahr der neuen Normalitäten“, so fasste Birenbachs Bürgermeister Frank Ansorge seinen Rückblick auf 2017 während des Neujahrsempfangs am Montagabend zusammen. Dabei zitierte er Volker Petersen vom Fernsehsender NTV. Dieser hatte festgestellt: „Ein US-Präsident muss nicht mehr präsidial sein, ein Fußballer kann 222 Millionen Euro kosten, blutige Terroranschläge in Europa sind keine Ausnahme mehr.“

Als er das Jahr 2017 Revue passieren ließ, seien ihm überwiegend negative Schlagzeilen durch den Kopf gegangen, sagte Ansorge: „Viele mit direktem und indirekten Auswirkungen auch auf uns.“

Allerdings war der Empfang im Bürgersaal, zu dem schätzungsweise 70 Menschen gekommen waren, darunter auch Vertreter der Landes- und Bundespolitik wie Peter Hofelich (SPD) und Hermann Färber (CDU) sowie zahlreiche Gemeinderäte, geprägt von friedvollem Miteinander. Die Sternsinger sangen und sammelten. Das Quartett der „Gernsinger“ umrahmte die Festveranstaltung.

Mit Blick auf die Kommunalpolitik stellte der Bürgermeister fest, dass man es nicht allen recht machen könne: „Als Kommunalpolitiker müssen wir die Interessen der Allgemeinheit genau im Auge behalten.“ Oft habe man aufgrund beschränkter Finanzen keine andere Wahl, als eine Entscheidung zu treffen, die nicht von allen geteilt werde: „Kommunalpolitische Ziele müssen sich daher grundsätzlich auch ändern dürfen. Sie müssen sogar auf sich ändernde Rahmenbedingungen angepasst werden können.“

Er dankte auch all denjenigen, die sich ehrenamtlich engagieren, denn „dieses Engagement ist eine besondere, menschliche Form der Zukunftssicherung.“ Wobei Ansorge das Thema Zukunft erneut aufgriff; dieses Mal mit den Gedanken von Victor Hugo: „Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte, für die Tapferen ist sie die Chance.“

Und 2017 scheint Birenbach seine Chance beim Schopf gepackt zu haben. Mit dem geplanten neuen Netto-Markt sei eine Menge Arbeit verbunden gewesen. Für ihn persönlich seien die Vertragsverhandlungen das wichtigste Ereignis im Jahr 2017 gewesen. Am 6. Dezember seien die Verträge unterzeichnet worden: „Der Weg dahin war richtig steinig.“

Im vierten Quartal 2018, so hatte Ansorge bereits früher geäußert, soll der Markt in Betrieb gehen. Der Ablauf hänge auch davon ab, wie streng der Winter werde. Eine geschützte Zauneidechse, die auf dem Gelände festgestellt worden sei, müsse umgesiedelt werden. Dies könne aber erst nach der Winterstarre erfolgen. Und je kälter der Winter werde, desto länger daure dieser „Winterschlaf“.

Allerdings sind wohl auch einige Chancen, die den Birenbachern geboten werden, noch nicht zur Zufriedenheit aller genutzt worden. So sei am 13. März der neue Wochenmarkt im Ort gestartet. Anfänglich sei er stark besucht und rege genutzt worden, dann aber sei die Zahl der Besucher immer geringer geworden, beklagte der Bürgermeister.

Ähnlich sieht es mit der Nutzung des Dorfautos aus: „Ich kann nur ermuntern und ermutigen, das Angebot zu nutzen“, warb Frank Ansorge. Denn insgesamt „können die Angebote nur erhalten bleiben, wenn sie auch genutzt werden“, appellierte er.

Eine andere Zukunft liegt für Birenbach zeitlich greifbar nah und ist voller Licht: Die komplette Umrüstung der Dorfbeleuchtung auf LED. Ein Teil sei bereits umgerüstet worden und bringe nun „eine bessere Lichtausbeute bei geringeren Kosten“. Der noch fehlende Rest der Straßenbeleuchtung soll nun im Februar folgen.

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