Wasserversorgung Millionenzuschuss für Adelbergs Großprojekt

Dr. Andre Baumann vom Umweltministerium überreichte Bürgermeisterin Carmen Marquardt den Bescheid.
Dr. Andre Baumann vom Umweltministerium überreichte Bürgermeisterin Carmen Marquardt den Bescheid. © Foto: Werner Schmidt
Adelberg / Werner Schmidt 09.05.2018
Adelbergs strukturiert die Wasserversorgung neu. Für die umfangreichen Arbeiten bekommt die Gemeinde jetzt einen Millionenzuschuss.

Es geht voran: Mehr als eine Million Euro an Fördermitteln überreichte am Montag der Grünen-Staatssekretär des Umweltministeriums, Dr. Andre Baumann, an die Gemeinde Adelberg. Bestimmt ist der Zuschuss für den Neubau des zentralen Wasserbehälters, den Adelberg im Zuge der Neuordnung der Trinkwasserversorgung benötigt.

Der Zuschuss vom Land über 1,033 Millionen Euro deckt rund 80 Prozent der Neubaukosten von circa 1,3 Millionen Euro für den 700 Kubikmeter fassenden Wasserbehälter. Dabei ist das nur eine Baustelle. Denn Adelberg strukturiert parallel dazu  seine Abwasserbeseitigung neu: „Unsere Gemeinde setzt aktuell zwei schweißtreibende und nervenaufreibende Großprojekte mit Gesamtkosten von rund 4,4 Millionen Euro zeitgleich um“, erklärte Adelbergs Bürgermeisterin Carmen Marquardt. Beides seien Aufgaben der Daseinsvorsorge einer Gemeinde und beide seien in Adelberg „nicht mehr ausreichend geregelt“ gewesen.

Der erste Abschnitt der Trinkwasserneuordnung bestand in der Verlegung einer neuen zwei Kilometer langen Leitung parallel zur neuen, vier Kilometer langen Abwasserleitung: „Für diesen ersten Abschnitt im Projekt „Trinkwasserversorgung“ wurden wir bereits mit etwa 500 000 Euro vom Land gefördert“, sagte Carmen Marquardt während der Übergabe des neuerlichen Fördermittelbescheids erfreut. Denn es sei nicht selbstverständlich, dass die Gemeinde schon in diesem Jahr für den zweiten Bauabschnitt vom Fördertopf profitieren dürfe. Man habe erst für 2019 mit einer weiteren finanziellen Unterstützung gerechnet, was die Baumaßnahme verzögert hätte.

Mit dem neuen Wasserhochbehälter könne der alte im Bereich des Klosterparkareals hinter dem einstigen Wellenbad endgültig vom Netz genommen werden.

Mit dem Anfang der 80er Jahren gebauten alten Pumpenhaus „Kalksteinwerk“ gibt es Statik-Probleme. Da der Knollenmergeluntergrund nachgab, hat der Bau Ähnlichkeit mit dem Schiefen Turm von Pisa und neigt sich in Richtung Remstal. Erschwerend kommt hinzu, dass durch die Schieflage die Anschlussrohre abzureißen drohen.

Details zum Wasserbehälter erklärte Projektleiter Karl-Heinz Buchholz vom Ingenieurbüro rbs wave GmbH. Die gespeicherten 700 Kubikmeter Wasser reichten aus, um Adelberg einen Tag lang zu versorgen, was genüge, um Schäden an der Leitung zu reparieren. Da Adelberg ein recht flaches Gebiet sei, gebe es keine  höher liegenden Bereiche, um das natürliche Gefälle auszunutzen. Daher müsse mit Pumpen gearbeitet werden, um ausreichend Druck zu erzeugen.

Parallel dazu verlegt Adelberg aber auch eine vier Kilometer lange Abwasserleitung ins Krettenbachtal. An der Neuordnung der Abwasserleitung laboriert die Gemeinde schon seit 2011 und prüfte die verschiedensten Wege, sein Schmutzwasser ableiten zu können – der Anschluss ans Remstal, der Anschluss an die Göppinger Kläranlage standen auf dem Prüfstand, bis sich der Weg ins Krettenbachtal und die Einleitung in die Kläranlage Börtlingen als die günstigste Variante erwies. Auch wenn der Weg für die Leitung dorthin steinig war und im wahrsten Wortsinn über Berg und Tal führt. Die Kosten für den Bau betragen mehr als zwei Millionen Euro. Und auch in diesem Fall unterstützte das Land die Adelberger kräftig mit 1,8 Millionen Euro an Fördergeldern.

Die kleine Gemeinde war in diesem Fall – mit dem Bau wurde vor ziemlich genau einem Jahr begonnen – nicht nur auf finanzielle Hilfe des Landes angewiesen, sondern auch auf Unterstützung der Forstverwaltung und vor allem auf den guten Willen privater Landwirte und Grundstückseigentümer, unter derem Grund und Boden die Leitung verlegt wurde. Sie sei diesen Grundstückseigentümern besonders dankbar, sagte Bürgermeisterin Carmen Marquardt: „Sie waren sehr verständnisvoll, entgegenkommend und bereit, uns zu unterstützen.“