Die Verwaltung des Alb-Donau-Kreises reagiert mit Verwunderung auf Aussagen von Constantin Druckenbrod, Referent des Landesverkehrsministeriums, bei der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses des Göppinger Kreistags. Druckenbrod hatte in der Sitzung durchblicken lassen, dass der Alb-Donau-Kreis kein Interesse daran habe, sich an einer Durchbindung des Metropolexpresses bis Ulm finanziell zu beteiligen. Dem Alb-Donau-Kreis seien bislang „keine konkreten Details“ dazu bekannt, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes in Ulm: „Von den Überlegungen des Landes, einen Metropolexpress (MEX) bis nach Ulm durchzubinden, haben wir bislang nur aus den Medien erfahren“, sagte  Pressesprecher Bernd Weltin.

Bisher sei das Land mit entsprechenden Vorstellungen und Angeboten nicht auf den Alb-Donau-Kreis zugekommen, so Weltin weiter: „Wir würden uns wünschen, dass derartige Planungen erst mit uns besprochen werden, so dass wir auch die Chance haben, sie zu bewerten.“ Man warte hier auf konkrete Informationen seitens des Landes.

Metropolexpress: Alb-Donau-Kreis für Mitfinanzierung offen

Der Alb-Donau-Kreis zeige sich für eine kommunale Mitfinanzierung bei echten Mehrleistungen im Schienenverkehr grundsätzlich offen. Allerdings werde man nicht Bedienungsstandards mitfinanzieren, die das Land zuvor gestrichen habe. Dies gelte insbesondere für 2016 vom Land abbestellte Züge auf der Filstalbahn.

Geislingen

Kritik am Land kommt auch von der Landtagsabgeordneten Nicole Razavi (CDU): Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) habe die Filstalbahn zum „Reparaturbetrieb“ gemacht, heißt es in einer Pressemitteilung. Dass der MEX erst in zwei Jahren auf seinen Namen getauft werden soll, sei ein „Armutszeugnis“. Der Minister gehe wohl davon aus, „dass die Qualität über lange Zeit  nicht ausreiche“.

Kreis Göppingen

 Darüber hinaus stelle Hermann „das Signal für die von beiden Landkreisen, Göppingen und Alb-Donau, dringend geforderte Verlängerung des Metropolexpress nach Ulm im Halbstundentakt weiterhin auf rot, weil es angeblich keinen Bedarf gebe“, so Razavi weiter. Dabei sei das Grundproblem Hermanns Nahverkehrskonzeption 2025: „Sie setzt falsche Maßstäbe und falsche Kriterien, aus denen Verkehrsminister Hermann seine Ablehnung einer besseren Verbindung nach Ulm herleitet.“ Am Geld fehle es jedenfalls nicht, betont die Landtagsabgeordnete.  Denn das Land erhalte schon seit Jahren und auch künftig deutlich mehr Regionalisierungsmittel vom Bund als früher.