Schon die lange Autoschlange Richtung Werfthalle ließ einen großen Besucheransturm bei der Göppinger Bildungsmesse am Samstag vermuten. Pünktlich um 9 Uhr wurden die Pforten geöffnet und die bereits zahlreich wartenden Besucher strömten in die Halle, um sich über das große Angebot an Ausbildung-, Studien- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren.

Rund 150 Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Institutionen aus dem Landkreis und teilweise darüber hinaus standen den Messebesuchern zur Verfügung, um sich über mehr als 1.000 Karrieremöglichkeiten zu informieren. Bei der nunmehr zwölften Auflage der Göppinger Bildungsmesse wurde die Ausstellungsfläche nochmals erweitert, damit sich möglichst viele Aussteller dem interessierten Publikum präsentieren konnten. Ihnen standen neben der Werfthalle die vergrößerte Zelthalle und das Freigelände mit Info-Mobile zur Verfügung.

Große Bedeutung von Aus- und Weiterbildung

Schirmherr Landrat Edgar Wolff und Geschäftsführer der Agentur Staufen Plus und Verlagsleiter der NWZ Göppingen, Mario Bayer, eröffneten die Messe. Beide betonten in ihren Reden die überaus große Bedeutung von Aus- und Weiterbildung. „Trotz momentanem Rückgang der Konjunktur brauchen wir einen kompetenten Nachwuchs. Deshalb sollte die duale Ausbildung gegenüber einer akademischen Bildung attraktiver werden“, konstatierte Landrat Wolff.

Mit einem gewissen Stolz betonte Mario Bayer: „Das ist heuer die größte Bildungsmesse im Landkreis Göppingen aller Zeiten. Begonnen hat sie im Jahr 2009 mit 70 Ausstellern und ist nunmehr auf 150 gewachsen“. Auch die verantwortliche Organisatorin Lisa Hartleb zeigte sich angesichts der großen Resonanz und der Entwicklung der Bildungsmesse in den letzten Jahren sehr zufrieden.

Bei der diesjährigen Messe gab es auch ein paar Neuheiten: So halfen Karriereguides in ihren gelben Westen den Besuchern bei der Orientierung. Auch gab es die Möglichkeit bei entsprechendem Outfit kostenlos perfekte Bewerbungsfotos machen zu lassen. Außerdem konnten die Messebesucher von sich mehrere persönliche Foto-Visitenkarten erstellen lassen, die sie dann bei für sie interessanten Ausbildungsbetriebe abgeben konnten, um bei diesen in Erinnerung zu bleiben.

Polizei erfreut über Gespräche mit geeigneten Bewerbern

Wie in den letzten Jahren gab es viele Vorträge. Auch konnten die Messebesucher ihre Bewerbungsunterlagen von Profis überprüfen lassen.

Ein Meinungsbild bei den Ausstellern war ziemlich eindeutig. Die Befragten unterstrichen die große Bedeutung einer solchen Messe, wie es der Ausbildungsleiter der Firma Heldele Rolf Locher zusammenfasste: „Wir müssen in der Öffentlichkeit stets präsent sein. Wir beteiligen uns an den verschiedenen Messen und haben auch an der Nacht der Bewerber teilgenommen.“ Der Vertreter der Polizei Markus Ott stellte voller Lob fest: „Wir hatten eine große Zahl von geeigneten Bewerbern, besonders gut war die Begleitung der Jugendlichen durch ihre Eltern.“

Auch Petra Schall von der Kaufmännischen Schule Göppingen bestätigte das große Interesse und die guten Gespräche mit den Jugendlichen und deren Eltern.

Besucher zufrieden mit dem Angebot

Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Alexander Gonzalez sprach von einer verbesserten Lage bei der Bewerbersituation vor allem bei den Metallberufen, den Installateuren und den Friseuren. Auch Stefanie Nägele vom Stahlbau Nägele konstatierte: „Wichtig für uns ist es, motivierte Auszubildende im Metallbau zu bekommen. Das Interesse an diesen Berufen hat deutlich zugenommen.“

Der Geschäftsführer der IHK Göppingen Gernot Imgart bestätigte die Eindrücke der Aussteller: „Wir müssen verstärkt Werbung für die duale Ausbildung machen, was wir mit der äußerst positiven Besucherzahl und den vielen guten Gesprächen bei der diesjährigen Bildungsmesse erreicht haben.“ Auch die befragen Messebesucher zeigten sich hinsichtlich der vielfältigen Informationsmöglichkeiten auf der Messe hoch zufrieden.