Kommentar Ilja Siegemund: „Merkwürdige Situation“

GZ-Redakteur Ilja Siegemund
GZ-Redakteur Ilja Siegemund © Foto: Markus Sontheimer
Geislingen / Ilja Siegemund 10.04.2018
Dass sich kein Bürger aus Mühlhausen zum „persönlichen Austausch“ mit Bernd Schaefer einfand, verwundert Redakteur Ilja Siegemund.

Die Situation war schon etwas merkwürdig, als am Montagabend kein einziger Bürger und auch kein Gemeinderat zum „persönlichen Austausch“ mit Bernd Schaefer ins „Höhenblick“ gekommen war. Diese Tatsache schien den Bürgermeister nicht sonderlich zu irritieren, hatte er offenbar schon im Vorfeld mit einem solchen Szenario gerechnet. Doch was ist von diesem mangelnden Interesse zu halten? Sind die Menschen im Mühlhausen tatsächlich so zufrieden mit der Arbeit ihres Bürgermeisters, dass sie ihm nicht auf den Zahn fühlen wollen? Oder – so Schaefers Begründung – begegnen sie ihm so oft im Ort, dass sie ihm ihre Anliegen schlichtweg auf dem kurzen Dienstweg mitteilen können? Oder war es doch ein Zeichen mangelnder Wertschätzung gegenüber dem Schultes?

Fest steht: Die Wahl in Mühlhausen ist nur mäßig spannend, weil Schaefer keinen ernstzunehmenden Gegenkandidaten hat. Hinzu kam das schöne Frühlingswetter, das die Leute an diesem Abend eher nach draußen lockte. Und: Man nimmt es Schaefer ab, dass er auf Augenhöhe mit „seinen“ Mühlhausenern ist; tatsächlich hat man den Eindruck, dass er es gut mit ihnen kann – doch gerade vor diesem Hintergrund bleibt die Frage, warum keiner kam.

Größer war das Interesse hingegen beim kommunalpolitischen Frühschoppen im Vereinsheim der Wanderfreunde am Sonntag: Hier hatten sich immerhin 25 Menschen eingefunden, um mit Schaefer ins Gespräch zu kommen. Am Donnerstag steht ein Besuch beim Seniorenmittag an, am Freitag folgt ein erneuter „persönlicher Austausch“ im Gasthof „Hirsch“. Bleibt zu hoffen, dass das mangelnde Interesse am Montagabend keine Rückschlüsse auf die Wahlbeteiligung am Sonntag zulässt. Sind die Bürger zufrieden mit der Arbeit ihres Schultes‘ – oder eben auch nicht –, sollten sie dies mit einer hohen Wahlbeteiligung zeigen.

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