Süßen Mehrheiten im Süßener Gemeinderat verschieben sich

Süßen / DIRK HÜLSER 27.05.2014
Eine Verschiebung der Mehrheiten hat es im Süßener Gemeinderat gegeben: Das bürgerlich-konservative Lager liegt nicht mehr vorne, sondern gleichauf mit Rot-Grün. Der Bürgermeister ist nun das Zünglein an der Waage.

Es war keine satte, aber eine komfortable Mehrheit: Mit zwei Sitzen Vorsprung konnten bislang CDU und FDP-AFW Süßener Stadtpolitik gestalten, doch damit ist es in der neuen Legislaturperiode vorbei: Statt zehn stellen die Fraktionen gemeinsam nur noch neun Stadträte, die Wähler haben der FDP-AFW einen Sitz weggenommen. Den hat nun die SPD. Somit liegen die Sozialdemokraten gleichauf mit der CDU, beide Fraktionen haben künftig fünf Sitze, FDP-AFW und Grüne kommen auf je vier Mandate.

Das bedeutet, es gibt ein Patt zwischen den beiden Lagern, die von Simon Weißenfels (CDU, 2211 Stimmen) und Michael Keller (FDP-AFW, 2231) sowie auf der anderen Seite von Udo Rössler (SPD, 2092) und Armin Kuhn (Grüne, 1713) angeführt werden. Bürgermeister Marc Kersting (CDU) ist also künftig bei Abstimmungen das Zünglein an der Waage. Mit Ausnahme der CDU sind die bisherigen Fraktionsvorsitzenden auch die Stimmenkönige ihrer Listen geworden. Bei den Christdemokraten deutet sich hingegen ein Generationenwechsel an: Fraktionsvorsitzender Albrecht Finckh war 2009 noch mit 2365 Voten Süßener Stimmenkönig geworden. Den dritten Platz bei der CDU erreichte seinerzeit mit 1478 Stimmen Simon Weißenfels, der 27-jährige JU-Kreisvorsitzende und CDU-Ortsvereinschef startet nun durch: Er erreichte mit 2211 Stimmen das beste CDU-Ergebnis, Finckh folgt mit 1872.

Bei der CDU hat es Jörg Bantleon nicht mehr geschafft, für ihn zieht Jutta Grimm-Gerber in den Rat. Bei der FDP-AFW wurden Burkhard Bauerle und Rafael de Oliveira Fernandes abgewählt, dafür zieht Wolfgang Bühler ein. Frank Sedlmayer war nicht mehr für die SPD angetreten, neu für die Genossen sitzen bald Fabian Borgia und Rainer Scheifele im Gemeinderat, bei den Grünen bleibt alles beim Alten. Eine Schlappe gab es für den FDP-Kreisvorsitzenden Armin Koch: Ganz dem Bundestrend seiner Partei folgend, kam er auf gerade mal 294 Stimmen, das bedeutet den vorletzten Platz auf der FDP-AFW-Liste.

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