Grundstücke Mehr Wohnraum entsteht in Gingen

Gingen / Günter Hofer 05.07.2018

In seiner Gemeinderatssitzung hat sich das Gremium von Gingen am Dienstag mit einer Stimmenenthaltung, für die vom Büro „m quadrat“ ausgearbeitete neue, vierte Änderung des Bebauungsplans ausgesprochen. Ausführlich wurde der Planungsentwurf vom Gebiet zwischen Donzdorfer Straße und Dammstraße von Manfred Mezger dem Gemeinderat vorgestellt. Die vierte Änderung ist deshalb erforderlich, weil es sich zwischenzeitlich zeigte, dass die Erschließung aus dem Jahr 1983 nicht optimal war.

Bereits im Frühjahr 2017 hatte sich der Gemeinderat für eine Änderung in diesem Bereich ausgesprochen. Damals war eine Erschließung über eine Ringstraße geplant, die allerdings bei vielen keinen Gefallen fand. Zudem hätte sie in das Gebiet einer Dunglagerung einer ehemaligen Schweinemästerei geführt. Im November gab es mit den Bewohnern und Eigentümern des Plangebietes aufgrund der kritischen Haltung, insbesondere auch gegenüber der geplanten Erschließungsvariante, einen Gesprächstermin.

Über die am Dienstag vorgestellte Variante waren zwar die Fraktionen überrascht, da es im Vorfeld zur Sitzung keine Information über die neue Änderung gab. Die Gemeinderäte konnten sich aber nach der detaillierten Vorstellung mit der Ausarbeitung vom Büro „m quadrat“ anfreunden.

Die aktuelle Planung sieht eine Erschließung der etwa 20 Bauplätze mit ungefähr 38 Wohneinheiten mit zwei Stichstraßen ohne Wendeplattform vor. Durch die Änderung des Bebauungsplanes können Bauplätze zwischen 440 und 570 Quadratmeter für Satteldach-, Walmdach- und Zeltdachgebäude entstehen. Vorgesehen ist, dass auf jedem Baugrundstück ein hochstämmiger Streuobstbaum gepflanzt und erhalten werden muss. Je Wohneinheit sieht der Bebauungsplan 1,5 Stellplätze vor und für jedes Gebäude ist eine Zisterne zur Nutzung des Niederschlagswassers herzustellen.

Das aktuelle Verbot für Müllfahrzeuge, rückwärts zu fahren, wurde in der Planung mit aufgenommen und zum Teil durch eine neue T-Kreuzung im Baugebiet gelöst. An einer weiteren Stelle (zweite Stichstraße ohne Wendemöglichkeit) bleiben die Anlieger später einmal nicht davon verschont, die Mülleimer zur Entleerung an eine zentrale Stelle zu bringen.

In den Hinweisen zur vierten  Änderung wird darauf hingewiesen, das die unmittelbarer Nähe zur elektrifizierten Bahnstrecke  nicht ohne Folgen bleiben könnte. So ist die Rede davon, dass Monitore durch die magnetischen Felder beeinflusst werden können, oder auch medizinischen Untersuchungsgeräte. In dem Bebauungsplan wurde das Kulturdenkmal der ehemaligen Schweinemästerei mit Wohnhaus und Stallanbau aus dem Jahre 1913 mit übernommen.

Die Flächen befinden sich teils in öffentlichem, teils in Privateigentum. Um das Gebiet zu erschließen, ist eine Bodenordnung erforderlich. Gingens Bürgermeister Marius Hick geht zum aktuellem Zeitpunkt davon aus, dass dies auf eine freiwillige Lösung basieren könne und keine Umlegung erforderlich sei.

Bedenken jetzt einbringen

Der Entwurf des Bebauungsplanes zusammen mit den Bauvorschriften wird im Rathaus öffentlich ausgelegt. Auf Grundlage des Planes können ab sofort Bürger eventuelle Bedenken vorbringen. Parallel hierzu wird die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange durchgeführt. Bürgermeister Marius Hick sieht in der praktizierten Art den richtigen Weg der Vorgehensweise: „Beschließen, Auslegen, Stellung nehmen, Gespräche suchen“.

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