Meinung Kommentar zur Bewerbung von Almut Cobet: Mehr als nur ein Gefühl

Göppingen / Helge Thiele 02.05.2018
Almut Cobet zieht in Göppingen bereits nach gut einem Jahr die Reißleine: Die 44-Jährighe will Sozialbürgermeisterin in Pforzheim werden.

Als Déjà-vu (französisch für „schon gesehen“) wird ein psychologisches Phänomen  bezeichnet, das sich in dem Gefühl äußert, eine neue Situation schon einmal erlebt zu haben. Bei den Göppinger Stadträten dürfte es in diesen Tagen mehr als ein Gefühl sein, manch einer wird eher von Gewissheit reden.

Fünf Jahre nach ihrem Amtsantritt als Erste Beigeordnete hatte Gabriele Zull 2016 die Nase voll, bewarb sich in Fellbach als Oberbürgermeisterin, siegte und war weg. Ihre Nachfolgerin Almut Cobet zieht in Göppingen bereits nach gut einem Jahr die Reißleine: Selbst auf die Gefahr hin,  am Ende nicht die Nase vorn zu haben, spricht sie offen über ihre Bewerbung als Sozialbürgermeisterin in Pforzheim – und bringt höflich, aber bestimmt zum Ausdruck, dass es in der Zusammenarbeit mit OB Till  erhebliche Defizite gibt. Inhaltlich, und auch atmosphärisch. Die Mitglieder des Gemeinderats wussten von den Schwierigkeiten. Für sie dürfte Cobets Kandidatur in Pforzheim daher keine Überraschung sein, zumal die Aufgabe dort auch ein weiterer Karrieresprung für Cobet wäre.   

Für Göppingen wird’s dagegen nicht einfacher: Sollte Cobet die Wahl am 19. Juni gewinnen, beginnt erneut die Suche nach einem guten Ersten Bei­geordneten und Sozialbürgermeister. Doch die wachsen nicht gerade auf Bäumen.