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Kreistagswahl
Kreis Göppingen / Dirk Hülser  Uhr
Die Christdemokraten büßen ein Viertel ihrer 23 Sitze ein. Grüne und AfD sind die Gewinner. Das Gremium wächst und besteht künftig aus 67 Kreisräten.

Am Schluss hing es noch an Birenbach – doch um kurz nach 20 Uhr waren dann auch die 3825 in der Schurwaldgemeinde vergebenen Stimmen und somit die Kreistagswahl ausgezählt. Dann war endgültig klar, was sich schon den ganzen Nachmittag abgezeichnet hatte: Auch im Kreistag wird es gehörige Machtverschiebungen geben. Die CDU verliert massiv an Stimmen, auch Freie Wähler und SPD gehören zu den Verlierern. Die Grünen sind neben der AfD die strahlenden Sieger, die Rechtsaußenpartei zieht erstmals ins Kreisparlament ein.

Massive Verluste für die CDU

Bislang bestand das Gremium, das beispielsweise über die Klinik, das Müllheizkraftwerk, die Abfallentsorgung und den Nahverkehr zu entscheiden hat, aus 63 Kreisräten. Darunter waren fünf Ausgleichsmandate, nun sind es neun – also besteht das neue Parlament aus 67 Mandatsträgern. Die Christdemokraten bilden zwar weiterhin die stärkste Fraktion, statt 23 besteht diese aber nur noch aus 17 Mitgliedern. Am Ende der Auszählung stand ein Minus von 10,8 Prozentpunkten, die CDU erreichte 24,6 Prozent. Mit 93 Stimmen Vorsprung vor dem Kreisvorsitzenden Kai Steffen Meier schaffte es Fraktionschef Wolfgang Rapp (2293 Stimmen) gerade so in das Gremium, Meier selbst erhielt keinen Wählerauftrag.

Grüne: Vier zusätzliche Mandate

Vier zusätzliche Mandate haben die Grünen bekommen, künftig stellen sie 13 Kreisräte. Ein Plus von 5,7 Punkten bescherte ihnen ein Ergebnis von 19,5 Prozent. Fraktionschefin Martina Zeller-Mühleis holte 3278 Stimmen, für Dorothee Kraus-Prause votierten 5657 Wähler.

Leichtes Minus bei den Freien Wählern

Mit 19,3 Prozent schnitten die Freien Wähler etwas schlechter ab, sie müssen mit einem leichten Minus von 1,2 Punkten leben, stellen aber künftig dank dreier Ausgleichsmandate weiterhin 14 Kreisräte. Fraktionschef Werner Stöckle konnte seinen Sitz nur über ein Ausgleichsmandat (2134 Stimmen) behaupten.

AfD zieht erstmals in Kreistag ein

Die SPD sackte von 18,5 auf 15,9 Prozent ab, das bedeutet den Verlust eines Mandats: Künftig werden elf Sozialdemokraten im Kreistag sitzen. Mit sechs Kreisräten (9,9 Prozent) zieht die AfD erstmals in den Kreistag ein. Nicht gewählt wurden der Kreisvorsitzende Simon Dennenmoser und der neue und frühere Regionalrat – damals für die Freien Wähler – Joachim Hülscher. Die FDP konnte um einen Sitz zulegen: Statt vier entsendet die Partei künftig fünf Vertreter (8,1 Prozent) in den Kreistag, hier gab es drei Ausgleichsmandate. Die Linken werden auch weiterhin von Einzelkämpfer Christian Stähle (2,7 Prozent) vertreten.

Stimmenkönig wird Guido Till

Paradox: Zwar stellt die CDU mit dem Göppinger Oberbürgermeister Guido Till (11 333 Stimmen) den Stimmenkönig, doch die Partei muss auch in der Kreisstadt kräftig Federn lassen. Von 32,3 im Jahr 2014 stürzt sie dort auf 22,5 Prozent ab. Wobei es kein Geheimnis ist, dass Till nicht immer einer Meinung mit seiner Kreistagsfraktion ist und es gerade in der Debatte um das Müllheizkraftwerk zu heftigen Auseinandersetzungen unter anderem mit Fraktionschef Rapp aus Geislingen kam.

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