Bad Ditzenbach Wochenmarkt ersetzt Tante-Emma-Laden

Sieben Händler bieten auf dem Bad Ditzenbacher Wochenmarkt ihre Waren an. Für viele Bürger ist der Markt wichtig - auch deshalb, weil es in Bad Ditzenbach nur wenig Einkaufsmöglichkeiten gibt.
Sieben Händler bieten auf dem Bad Ditzenbacher Wochenmarkt ihre Waren an. Für viele Bürger ist der Markt wichtig - auch deshalb, weil es in Bad Ditzenbach nur wenig Einkaufsmöglichkeiten gibt. © Foto: Heike Siegemund
Bad Ditzenbach / Heike Siegemund 14.05.2018
Seit 15 Jahren gibt es den Wochenmarkt in Bad Ditzenbach. Für viele ist er nicht mehr wegzudenken aus der Badgemeinde.

Es war vor 15 Jahren, als der Bad Ditzenbacher Wochenmarkt auf Initiative einer Gruppe der Lokalen Agenda in der Ortsmitte vor der Alten Dorfkirche startete. „Im Ort gab es schon damals wenig Einkaufsmöglichkeiten“, erklärt Gudrun Lamparter, die Gründungsmitglied war und den Markt bis heute federführend betreut. „Damals haben uns viele abgeraten und gesagt: ,Meint ihr, da kommt jemand?‘“, erinnert sie sich. In der Tat seien die Anfänge schwierig gewesen: „Die Händler wollten schon aufgeben, weil die Laufkundschaft in der Ortsmitte zu wenig war.“ Organisatoren und Marktbeschicker hätten schließlich nach etwa einem Jahr beschlossen, ihr Glück auf dem Parkplatz an der Kurhausstraße zu versuchen und dort die Waren feilzubieten.

Und das hat funktioniert: Das Geschäft hatte sich, auch durch Thermalbad-Besucher, Patienten der Reha-Klinik und Spaziergänger, merklich belebt. Und mittlerweile ist der Ditzenbacher Wochenmarkt eine feste Institution in der Badgemeinde und für viele Bürger nicht mehr wegzudenken. „Die Leute fühlen sich wohl auf unserem Markt und halten uns die Treue“, freut sich Gudrun Lamparter.

Treffpunkt der Generationen

Der Markt ersetze den Tante-Emma-Laden; hier könne man nicht nur einkaufen, sondern auch Leute treffen und sich unterhalten, bestätigt Bürgermeister Herbert Juhn. Eine tolle Ergänzung sei das Marktcafé, das zu Kaffee und Kuchen einlädt. Vereine, Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen, die das Café im Wechsel betreiben, könnten sich hier ein paar Euros verdienen. Der Markt richte sich an alle Generationen, ergänzt Gudrun Lamparter: an ältere Menschen, die auf die Produkte angewiesen sind, und an junge Eltern mit ihren Kindern, die vor oder nach dem Einkaufen auch auf dem nahe gelegenen Spielplatz zusammenkommen. „Wir wollen kein ausgestorbener Flecken sein“, erklärt die 61-Jährige, warum der Markt so wichtig ist für die Badgemeinde.

Nahtloser Übergang

Bei den Händlern gab es in den vergangenen 15 Jahren immer wieder einen Wechsel, wobei es auch Verkäufer gibt, die von Anfang an mit dabei waren. Doch erst jüngst verließ ein beliebter Obst- und Gemüsehändler aus Neidlingen (Kreis Esslingen) kurzfristig aus privaten Gründen den Markt (Bericht folgt), was viele Kunden mit Sorge zur Kenntnis nahmen. Schließlich steht und fällt ein Markt mit Obst und Gemüse – das weiß auch Gudrun Lamparter. Umso größer ist die Freude darüber, dass  übergangslos ein anderer Obst- und Gemüsehändler aus Wendlingen gefunden werden konnte.

Die sieben Marktbeschicker warten mit einem Angebot auf, „das sich sehen lassen kann“, freut sich Juhn. Auch viele regionale Produkte seien erhältlich, ergänzt Gudrun Lamparter, zum Beispiel Eier aus Westerheim oder Käse aus dem Allgäu. Sie selbst verkauft mit anderen Ehrenamtlichen am „Fair-Stand“ der evangelischen Christuskirche im Täle fair gehandelte Waren wie Bananen, Kaffee oder Schokolade. Darüber hinaus sind auf dem Markt unter anderem Wurstwaren, Geflügelfleisch, Feinkost und Destillate erhältlich. Wünschenswert wäre jetzt zum Beispiel noch ein Fischhändler, sagt Gudrun Lamparter. „Danach fragen die Leute immer wieder.“

Aktionen am Mittwoch – Kundschaft aus dem gesamten Täle

Der Wochenmarkt findet jeden Mittwoch von 14 bis 18 Uhr statt. Bei gutem Wetter gibt es zusätzlich das Marktcafé mit Kaffee und selbst gemachten Kuchen, für das eigens eine Sitzplatz-Überdachung geschaffen wurde. Zum 15-jährigen Bestehen warten die Händler am Mittwoch, 16. Mai, mit besonderen Angeboten auf. Außerdem bereiten die Frauen-aktiv-Gruppe der evangelischen Christuskirchengemeinde sowie der Obst- und Gartenbauverein Bad Ditzenbach eine Pflanzenbörse vor; und die Besucher können an einem Glücksrad-Quiz teilnehmen.

„Klein, aber fein“: So bezeichnen die Händler den  Wochenmarkt. „Es ist ein kleiner Kreis, aber es gibt fast alles“, sagt beispielsweise Franz Reitberger (Käse). Die Stimmung sei gut und die Kunden treu, freut sich auch Katharina Gogolinska (Fleisch- und Wurstwaren). Und es kommen nicht nur Bad Ditzenbacher, hat Manfred Tuchnowski (Geflügelprodukte) beobachtet, sondern auch Kunden aus Mühlhausen und Wiesensteig.